Chancen und Risiken des Internets: Pädagoge Peter Holnick sprach vor 540 Schülern

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Referierte über den Umgang mit elektronischen Medien: Experte Peter Holnick und Sandra Bischoff von der Landesmedienanstalt waren am Montag zu Gast in Treysa.

Treysa. Chancen und Risiken von Internet und Co. – so lautet das Thema einer Veranstaltungswoche, die Hephata-Pfarrer Dr. Johannes Altmann zusammen mit einer Projektgruppe organisiert. In Diskussionen und Vorträgen soll es um den Umgang mit elektronischen Medien gehen.

Besonders junge Leute nutzen die Medien oft sorglos. Medienpädagoge Peter Holnick klärte gestern in der Treysaer Festhalle 540 junge Leute aus vier Schwalmstädter Schulen über die Risiken des Internets auf. Finanziert wird die Woche mithilfe örtlicher Sponsoren sowie der Landesmedienanstalt.

Mit kurzen Filmszenen stieg Holnick in das Thema ein: Sie waren Beleg dafür, dass sich jüngere Menschen wesentlich intensiver mit den elektronischen Medien beschäftigen, als etwa ihre Eltern. „Und das birgt enorme Risiken. Denn häufig können junge Leute mit dem Computer tun und lassen, was sie wollen“, erläuterte der Experte. Und tatsächlich. Etwa die Hälfte der Schüler bestätigten per Handzeichen, dass ihre Eltern oft nicht wissen, mit was sich ihre Kinder im Internet beschäftigten. Auch welchen Stellenwert soziale Netzwerke wie Facebook haben, stellte Holnick dar: „Wer da nicht drin ist, ist ein Versager“, rief einer der Schüler. „Ich glaube, euch ist nicht klar, dass das zweiten Welten sind, in denen ihr euch bewegt – es gibt die virtuelle und die reale Welt“, warnte Holnick.

Junge Leute gehörten heute zu einer digitalen Generation: „Und der geht es darum, um Aufmerksamkeit zu buhlen – das ist auch das, was im Fernsehen vermittelt wird“, erläuterte der Pädagoge. Die Strategie der Fernsehformate – wie etwa Dokusoaps oder das „Dschungelcamp“ – arbeiteten nach einem uralten Prinzip: Nämlich dem Publikum das Gefühl zu geben, es habe entschieden. „In Wahrheit steht schon vorher fest, wer Superstar wird. Und wer sich beschimpfen lässt, hat einen Vertrag unterzeichnet und bekommt dafür Geld“, stellte Holnick klar. „Fernsehen ist eine Inszenierung, bei der es um viel Geld geht.“

Nur eigene Fotos verwenden

Wer Facebook nutze, der möge sich darüber klar werden, dass das Internet nichts vergesse: „Benutzt bitte für eure Profile keine Fotos, die euch nicht selbst gehören“, sagte Holnick. Auch wie viel Persönliches man preisgebe, sollte wohl überlegt sein. „Wer seinen kompletten Namen mit Foto einstellt, der ist jederzeit ausfindig zu machen.“ Aufmerksamkeit sei auch beim Chatten angebracht: „Ob das stimmt, was da einer verbreitet, wisst ihr nie.“ Wann immer man mit anderen elektronisch in Verbindung trete, sollte vorsichtig sein. „Es gibt nicht nur nette Menschen, sondern auch solche, die euch mithilfe von offenen Bluetooth-Schnittstellen oder unverschlüsseltem WLAN irgendwelche bösen Dinge wie verbotene Videos schicken – und für die könnt ihr dann haftbar gemacht werden.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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