Maddin Schneider spricht im Interview über den besonderen Reiz von Dialekten

Interview mit Maddin Schneider: Reden, wie man’s lernt

Fritzlar. Das hessische Großmaul Maddin Schneider ist Spezialist für Mundarten. Am nächsten Sonntag gastiert er in der Fritzlarer Stadthalle. Mit Claudia Schittelkopp aus Sachsen sprach er über Dialekte und sein neues Programm – natürlich in typisch hessischer Mundart.

Herr Schneider, was war das Größte, das Sie jemals in den Mund bekommen haben?

Maddin Schneider: Isch bin ja ein ganz normaler Esser, isch stopf mir ja keine Fußbälle oda sonst was in den Mund, kau auch ganz normal. Isch weiß gar nisch, wie man uff so was kommt bei mir.

Was ist Ihr Lieblingsdialekt?

Schneider: Da gibts keinen Favorit, weil isch generell Dialekte sehr gerne mag. Isch hör gern, wenn de Leude reden, wie ses gelernt ham. Jeder Dialekt hat ne beschtimmde Emotion, mansche sin weischer, mansche hädder. Isch sprech am liebsten den eigenen Dialekt, weil isch misch da heimisch fühle, das geht am leischtesten von der Zungä.

Mögen Sie Sächsisch?

Schneider: Isch mag es , wenn Frauen so rischtisch ohne Hemmungen lossächseln. Wenn das bäuerlisch-derb klingt und vernuschelt. Herrlich erodisch!

Wollen Sie mal ein sächsisches Wort ins Hessische übersetzten? Mutschekiepchen.

Schneider: Ich wiederhol das mal: Mutsche-piepsen?

Mutschekiepchen. Das ist der Marienkäfer.

Schneider: Da hab isch als kleina Bub imma nur Marienkäfer gesagt. Abba kennen Sie Gaggelagaje? Das ist der Löwenzahn.

Die Leute hier in Fritzlar sprechen anders als Sie. Reden die aber auch hessisch?

Schneider: Das Klischee vom Hessischen, das bezieht sich eher uff das Frankfurderische, gell. Es gibt in Hesse jede Menge Dialekte, die ihre eigene Färbung ham. Isch red ja eher das FVV, Frankfurder Verkehrsverbund-Hessisch.

Was passiert Maddin denn in der neuen Show?

Schneider: Er steuert von einer Katastrophe in die nächste. Das Thema isch Hausbau. Alles endet in einem Dixi-Glo, in dem dä Maddin eingeschperrt isch und viel Zeit hat, um nachzudenke. Alles aus der Perspektive des Komikers: Die Leut sollen einen unterhalsamen Abend haben. Wenn isch nach Fritzla komm, will isch die Bude zum Kochen bringä, die Frauen in Extase versetzä! • Maddin Schneider, Sonntag, 27. November, ab 19.30 Uhr in der Stadthalle in Fritzlar mit dem Programm „Lach oder Stirb!“. Die Karten kosten an der Abendkasse 25 Euro.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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