Tradition trifft Innovation

Vereinigung der Wirtschaft lud zu Gesprächen ins Museum

+
Muntere Plauderstunde: Markus Schott, Reinhard Kuge, Moderatorin Petra Nagel, Georg Heinrich Rühl, Achim Schnyder und Alexander Hasselpflug (von links).

Ziegenhain. Unter dem Motto „Tradition trifft Innovation“ hatte die Vereinigung der Wirtschaft des Schwalm-Eder-Kreises am Donnerstag ins Museum der Schwalm eingeladen: Den ersten Business-Talk – eine Gesprächsrunde – moderierte Petra Nagel.

Zu Gast hatte sie Reinhard Kuge, Geschäftsführer der Druckerei Faubel (Melsungen), Georg Heinrich Rühl, Geschäftsführer Druid-Austernpilze (Ottrau) und Markus Schott, Geschäftsführer der Firma MyVale (Homberg). Ziel war es, Unternehmer des Kreises vorzustellen, die mit ihren Geschäftsideen weit über die Region hinaus Furore gemacht haben - aber in der Region selber weniger bekannt sind.

„Es sind die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die für Wertschöpfung sorgen“, sagte der Vorsitzende Alexander Hassenpflug. Auch Geschäftsführer Achim Schnyder freute sich über den Versuch, die Potenziale der Region stärker in den Fokus zu rücken.

Welche Potenziale in der Pilzzucht stecken, darüber klärte Rühl auf. Seit 25 Jahren baut der Landwirt auf dem Gelände des ehemaligen Nato-Depots in Immichenhain Austernpilze an – 300 Tonnen im Jahr. Zunächst konventionell, mittlerweile bio. Vertrieben werden die Pilze in ganz Deutschland. „Der Markt wächst, aber langsam“, erklärte Rühl. Geerntet würde täglich, der Betrieb habe zehn Mitarbeiter. Da Austernpilze immer noch Exoten seien, gelte das wohl auch für das Unternehmen: „Manchmal sprechen mich die Leute mit Herr Druid an. Aber das zeigt, dass sie sich den Firmennamen merken können.“

Sandalen nach Hollywood

Dass ausgerechnet Russell Crowe Sandalen aus Homberg trägt, daran hatte vor allem der Vater von Orthopädie-Schuhmacher Markus Schott nicht geglaubt. Er riet dem Sohn von der verrückten Idee ab, Flipflops nach Maß zu fertigen. Doch der Juniorchef setzte sich durch und gründete und etablierte die Marke MyVale. Der Clou: Die Sandalen können via Internet geordert werden. Inklusive der Footprint-Box: „Trittschaumleiste klang irgendwie nicht so cool“, sagte Schott. Für den individuellen Schuh gebe der Kunde einfach seinen Fußabdruck ab. Jede Sandale könne je nach Geschmack gestaltet, Materialien ausgewählt werden. Ob der Flipflop denn nicht nur junge Leute anspreche, wollte Petra Nagel wissen: „Den Schuh tragen Menschen von 25 bis 75“, erklärte der Jungunternehmer. Knapp 20 Mitarbeiter arbeiten im Betrieb.

Reinhard Kuge erklärte, wie aus einer Druckerei ein Systemanbieter für Spezialetiketten wurde. Unspektakulär? Weit gefehlt: Das Team entwickelte auch seniorenfreundliche sowie kindersichere Tabletten-Verpackungen. Oder das Booklet-Etikett – ein Etiketten-Buch zum Blättern. „61 Prozent der Produkte werden exportiert“, erklärte Kuge. Der Jahresumsatz liege bei 22 Millionen Euro. Dafür sorgten 160 Mitarbeiter und 20 Auszubildende. Besonders wichtig sei, selbst auszubilden: „Unternehmer kommt von unternehmen, nicht von unterlassen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare