Weiterbildungsverbund im Altkreis soll Versorgungslücke schließen

Regionale Ausbildung für mehr Hausärzte

Melsungen. Bis 2025 werden nach Daten der Kassenärztlichen Vereinigung 60 Prozent der Hausärzte im Schwalm-Eder-Kreis 65 Jahre oder älter sein.

Mit einem Weiterbildungsverbund wollen die Asklepiosklinken, die Kassenärztliche Vereinigung, niedergelassene Allgemeinmediziner, die Universität Marburg und die Kommunen im Altkreis dem Ärztemangel entgegenwirken.

"Wir werden die Ausbildung für Allgemeinmediziner in der Region attraktiver machen", sagt Kai Oliver Schramek von Asklepios Nordhessen.

Die nachrückenden Ärzte und vor allem die Menschen in der Region sollen von dieser Initiative profitieren, sagt der teilnehmende Allgemeinmediziner Dr. Elmar Holle. "Wir erhoffen uns, dass von diesen jungen Ärzten einige in der Region bleiben", fügt er an.

Eine Ausbildung zum Facharzt dauere in der Theorie fünf Jahre wegen der Koordination verschiedener Einsatzgebiete in der Praxis bis zu neun Jahre und länger, kritisiert Dr. Susanne Sommer vom Kompetenzzentrum der Universität Marburg.

Die Mediziner müssen zwei Jahre in einer hausärztlichen Praxis und drei Jahre an einem Krankenhaus verbringen. Im Weiterbildungsverbund bieten die acht bisher teilnehmenden Hausärzte einen Weiterbildungsplatz und die Asklepioskliniken im Landkreis die stationären Plätze an. Eine Weiterbildung zum Facharzt sei dann sicher in fünf Jahren möglich, so Sommer.

In Hessen gibt es bereits 18 andere Weiterbildungsverbünde, diese stehen quasi in Konkurrenz zueinander. Es sei daher immens wichtig nachzuziehen, so Holle.

Bis zu zwölf angehende Allgemeinmediziner könnten in diesem Verbund parallel ausgebildet werden, erklärt Dr. Gunther Claus, Chefarzt Asklepios Melsungen. Einen weiteren im Landkreis gibt es in Schwalmstadt.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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