Regionalmuseum Wolfhager Land versetzte Kinder in die Zeit des Mittelalters

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Mit feinem Pinselstrick zurück in die Zeit der Ritter: Stefanie Riechert verwandelte kleine Museumsbesucher wie Manuel Claus in Ritter & Co. Fotos: Hoffmann

Wolfhagen. Doppelten Grund zur Freude hatten Museumsleiterin Beate Bickel, Museumsvereinsvorsitzender Karl-Heinz Schubert und ihr Team am Sonntag. Bescherte ihnen der internationalen Museumstag im Regionalmuseum Wolfhager Land nicht nur ein volles Haus, sondern gleich zu Beginn auch noch einen Besucher mit ganz besonderer Überraschung.

Karsten Kroll, Regionaldirektor der Kasseler Sparkasse, hatte einen Umschlag mitgebracht, dessen Inhalt die Museumsmacher ein wenig sorgloser in die Zukunft blicken lassen. 6000 Euro sind laut Kroll für das „vielfältige Engagement“ des Regionalmuseum gedacht, sollen insbesondere für Ausstellungen und Veranstaltungen verwendet werden.

Vortrag über Raubritter

In solche etwa wie die gestrige zum Museumstag, als das alte Gemäuer ganz im Zeichen des „Rittertums“ stand. In der Zehntscheune wartete die Kasseler Künstlerin Stefanie Riechert, um die kleinen Besucher mit kunterbunten Farben und allerlei Bastelutensilien in Ritter und Burgfräulein zu verwandeln. Während die Eltern sich bei Kaffee und Kuchen entspannten, schnippelten die Jungen aus Pappe Teile ihrer Rüstungen zurecht und beklebten sie mit Wappen der Region, die Mädchen klebten edle Hüte zusammen. Die Verwandlung war perfekt, um im Anschluss Bernd Klinkhardts Vortrag zum Thema „Raubritter auf der Weidelsburg?“ zu folgen.

Dass in Sagen eindeutig von Weidelsburger Raubrittern berichtet wird, das ist gemeinhin bekannt. Doch wie kam es zu der weit verbreiteten negativen Sichtweise des Rittertums in den Sagen? Und wie sah die Realität in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts aus, in politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht?

Klinkhardt, ehrenamtlicher Museumsmitarbeiter, ging hauptsächlich anhand der Biographie des Amtmannes und Ritters Reinhard von Dalwigk der Frage nach, ob Reinhard von Dalwigk zu den kriminellen Raubrittern gezählt werden kann.

Ausgehend von seinem langjährigen Wohnort, der Weidelsburg, brach er gemeinsam mit seinem Neffen Friedrich von Hertingshausen vielerlei Rechtsstreitigkeiten und Fehden vom Zaum. An die 50 Zuhörer lauschten dem sehr lebendigen Vortrag, mit dem der Museumstag in Wolfhagen dann auch zu Ende ging.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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