Bock und Ricke sind paarungsbereit– Wildunfälle häufen sich

Rehwild hat Blattzeit: Erhöhte Vorsicht nötig

Wolfhager Land. Es ist wieder soweit: Das Rehwild hat Paarungszeit und damit besteht eine erhöhte Gefahr von Wildunfällen.

Von Mitte Juli bis Ende August folgen die Tiere nur noch den Hormonen, warnt das Regierungspräsidium Kassel als obere Jagdbehörde.

Aus diesem Grund sollten Autofahrer vor allem in Waldgebieten und im ländlichen Raum besonders aufmerksam sein - sowohl am Tag als auch in der Nacht.

„Im Normalfall kennen die Rehe, die in der Nähe der Straße ihr Revier haben, die Gefahren, die dort lauern“, sagt Britta Hartmann-Barth, Vorsitzende des Kreisjagdvereins Wolfhagen. Zur Blattzeit werden jedoch durch den Trieb alle Regeln außer Kraft gesetzt. „Der Rehbock folgt der Ricke über einen längeren Zeitraum und treibt sie vor sich her. Das kann bis zu zwei Tage dauern. Beide rennen hormongesteuert durch die Wälder und lassen im wahrsten Sinne des Wortes alle Verkehrsregeln außer Acht“, erklärt Hartmann-Barth.

In der Blattzeit entfernt sich das Rehwild auch wesentlich weiter vom eigenen Revier als in den übrigen Monaten. „Daher sind vermehrte Wildunfälle in diesen Monaten kein Indikator dafür, dass zu viel Wild vorhanden ist“, sagt Britta Hartmann-Barth.

Nach einem Wildunfall sollte die Polizei verständigt werden, die dann auch den jeweiligen Jagdpächter informieren kann, rät die Expertin. Wenn das Wild nicht tot, aber schwer verletzt ist und dennoch mit letzter Kraft flüchtet, sollte auf jeden Fall nach dem Tier gesucht werden, um es von seinem Leid zu erlösen.

Im vergangenen Jahr kam es nach Angaben der Polizei im Altkreis Wolfhagen zu 226 Wildunfällen - das sind ein Drittel der im Jahr 2011 erfassten 668 Unfälle. Bei den Wildunfällen wurden zwei Menschen schwer und drei Personen leicht verletzt. Es entstand ein Sachschaden von 250 000 Euro.

Von Esther Husung

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare