Reinhard Keller hat die Kirchen der Gemeinde Franz von Roques porträtiert

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Vorhandenes Licht ist die Quelle: In allen Kirchen der Gemeinde Franz von Roques – hier Motive aus Treysa und Frankenhain – war der Pfarrer mit seiner Fotoausrüstung unterwegs, um die Details der Gotteshäuser in Szene zu setzen.

Obergrenzebach/Treysa. Kirchen sind Mittelpunkte in Städten und Gemeinden, sie sind Treffpunkte für Menschen, Orte der Inneren Einkehr: Spannende Einblicke in die Gotteshäuser der Kirchengemeinde Franz von Roques gewähren Fotos von Reinhard Keller.

Der Obergrenzebacher Pfarrer beschäftigt sich seit seiner Jugend mit dem Medium Fotografie. Er hat die Kirchen porträtiert – zu sehen sind die Bilder im Mai in der Treysaer Stadtkirche.

Als Herausforderung hat Keller die Aufgabe empfunden, die in Gesprächen mit Pfarrer Hartmut Wagner entstand. „Die Kirchen sind sehr unterschiedlich. Im Konzept ging es mir nicht um objektive Fotografie, sondern um subjektive Eindrücke“, erklärt Keller. Entstanden sind sensible und fast meditative Fotografien, die Details der Gotteshäuser zeigen. „Ich arbeite fast ausschließlich mit vorhandenem Licht“, erläutert der Pfarrer.

Mit der Kamera in der Hand: So fühlt sich Reinhard Keller wohl.

Die Fotos sind nicht nur Teil einer Ausstellung, Abbildung finden sie auch im Werk „Woraus wir sein Haus bauen“ – ein neues Büchlein, dass der Besuchsdienst zu Geburtstagen in der Gemeinde verschenkt. Licht ist für Keller das zentrale Thema: „Ein Raum entfaltet sich erst durch Licht.“ Selten benutze er externe Lichtquellen – dann einen einfachen Baustrahler.

Seine ersten fotografischen Schritte unternahm Reinhard Keller aus 17-Jähriger: „Damals habe ich mich über die Ergebnisse einer Pocket-Kamera so geärgert, dass ich in den Ferien arbeiten ging, um mir vom Ersparten eine Spiegelreflex-Kamera kaufen zu können.“ Das zaghafte Probieren entwickelte sich zum Experimentieren. Allein die Fotografie als abbildendes Medium zu nutzen, reichte Keller nicht aus. Er intensivierte Techniken wie die Schwarz-Weiß-Fotografie im eigenen Labor, beschäftigte sich mit der Geschichte der Fotografie.

Teilnehmer der Blauen Linse

Seit 2001 ist Keller Teilnehmer des Zusammenschlusses „Blaue Linse“ in Marburg – im Fokus steht die gestaltende Fotografie. „Die Auseinandersetzung mit Fotografen und künstlerischen Stilrichtungen prägt die Arbeitsweise“, verdeutlicht der Obergrenzebacher. „Die Technik ist dabei zweitrangig, die künstlerische Sichtweise entscheidend.“ Reinhard Keller ist stets auf der Suche nach seiner eigenen Fotosprache – unter anderem bei der Straßenfotografie. „Ich schaue, was mir begegnet“, sagt er. Ihm gehe es dabei nicht darum, den flüchtigen Augenblick fest zu halten: „Sondern um Kompositionen, um den Dialog der Farben.“ Dabei passiert es schonmal, dass sich Keller die Frage nach dem Rembrandtschen Licht stellt. In der Schwalm gibt es anders als in Städten nachts wenig Licht. Außer an Imbissen oder Tankstellen: Genau dieses subtile Licht spiegelt sich in Fotos wider.

Reinhard Keller orientiert sich an Vorbildern wie etwa dem Maler Edward Hopper. Oder am Surrealismus. Keller ist überzeugt: „Wir können nur das fotografieren, was wir vorher wissen. Und was wir als Bild im Auge haben.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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