Reise nach Koudougou: Als Dank ein Huhn

Melsungen. Wenn einer eine Reise tut, hat er was zu erzählen – dieser Sinnspruch galt einmal mehr, als am Donnerstagabend Melsunger zusammen kamen, die zehn Tage in Melsungens Partnerstadt Koudougou unterwegs waren.

Hier einige Stimmen aus der Reisegruppe, die ihre Erlebnisse im Februar mit einer Bilderschau in der Stadthalle ausführlich der Öffentlichkeit vorstellen wird.

Alexander Schmidt: Es war ein intensives Erlebnis in einer anderen Welt. Freunde und Kollegen fragen nach, wie es war, aber das Erlebte ist schwer in Worte zu fassen. Meine Eltern haben ein Patenkind in Koudougou, auch das war ein Grund für mich, einmal dorthin zu fahren.

Britta Keim: Mein Herz schlägt für den Kontinent und die Entwicklungshilfe. Die Gruppenreise hat mir die Möglichkeit eröffnet, im geschützten Rahmen ein sehr entwicklungsbedürftiges Land anzuschauen. Mein Blick auf Hilfsangebote hat sich verändert und eine Frage heißt jetzt für mich: Wo fängt man an?

Christiane Heinecke-Porstmann: Ich habe in Koudougou Patenkinder und wollte erst nicht dorthin fahren. Mein Mann hat mich überredet und dann fand ich es ganz fantastisch. Nach meiner Rückkehr habe ich durch meine persönlichen Erzählungen vier neue Pateneltern gewonnen. Den Leuten gefällt es, das alles Geld eins zu eins ankommt.

Johanna Porstmann: Ob es schön war? Es war eindrucksvoll und ich habe so viel Elend gesehen. Ich überlege inzwischen, mich für die Patenschaft zu engagieren und in Koudougou ein soziales Jahr zu absolvieren. Während der Reise habe ich meinen 18. Geburtstag gefeiert, die Festgemeinde mit afrikanischen Gästen hat getrommelt, getanzt und es gab sogar eine Torte.

Melissa Müller: Meine Eltern haben ein Patenkind in Koudougou. Als ich von der geplanten Reise erfuhr, war ich gleich Feuer und Flamme. Die Reise bedeutet mir sehr viel und ich war beeindruckt, wie wenig die Menschen dort haben und wie zufrieden viele doch sind.

Matthias Rode: Ich bin kurzentschlossen mitgefahren und übernehme jetzt eine Patenschaft. Fasziniert bin ich von der Freundlichkeit und Fröhlichkeit der Menschen. Die klimatischen Bedingungen sind komplett anders als hierzulande. Überall ist Wüstenstaub und bestimmt das Geschehen mit.

„Wir alle sind wie infiziert“

Beate Römer: Wir alle sind wie infiziert. Mich haben die Menschen fasziniert, ich habe ganz wenig geschlafen. Erfahren habe ich: Einfach nur helfen, damit ist es nicht getan. Sich für Bildung zu engagieren ist wichtig. In Koudougou habe ich alles aufgenommen wie ein Schwamm. Auf einem Markt habe ich mir Bongos gekauft. Zuhause habe ich Sprechverbot – nicht schon wieder Afrika, sagt die Familie.

Petra Trulley: Ich habe Patenkinder in Koudougou und wollte sie kennen lernen. Die Eltern der Kinder haben mir ein großes landestypisches Geschenk gemacht und mir ein lebendes Huhn überreicht. Das habe ich weiter verschenkt. Unsere Gruppe hatte medizinisches Gerät im Gepäck, das wir einer Klinik überreicht haben. Aber wenn man die gesundheitliche Versorgung anschaut, weiß man nicht, wo man anfangen muss.

Dieter Runzheimer: Ich war das zweite Mal in Koudougou und komme anders aus Afrika wieder. Beim Umgang mit Zeit wird man ein bisschen lockerer. Es heißt ja auch, als Gott den Menschen schuf, gab er den Afrikanern die Zeit und uns die Uhr. Ein Bild steht mir oft vor Augen: Ein Kreißsaal mit einer Metallliege und einer Schreibtischlampe. Koudougou hat insgesamt 200 Klinikbetten für etwa 250.000 Menschen. (lgr)

Quelle: HNA

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