Erleben und Entdecken: Spaziergang durch Jesbergs Geschichte

Reise in Vergangenheit

Interessante Einblicke: Ein lauschiges Plätzchen bot der Garten der Schwanenapotheke, wo die Gäste einen Einblick in das Labor der Apotheke erhielten.

Jesberg. Früher wurde Schokolade in Apotheken verkauft, und die Apotheker verdienten damit sogar einen Großteil ihres Einkommens. Geschichten dieser Art lockten am Freitagabend 50 Jesberger zu einem Spaziergang durch Jesberg. Unter dem Motto „Erleben und Entdecken“ hatte das Team der Gemeindebücherei – Rita Kaufmann, Kerstin Kling und Andrea Nagel – eine historische Führung organisiert.

An den Häusern, die früher eine große Bedeutung hatten, wurde über die Bewohner und deren Tätigkeiten berichtet. Nicht immer stand wie im Fall Appell, mit Christiane Seibel, eine direkte Nachfahrin mit Kindheitserinnerungen zur Verfügung. Historie, Geschichten, Gedichte wurden mit leckeren Schmeckewöhlerchen genießbar gemacht.

Herzhaftes an der Strecke

Christiane Eigl, Heidrun Gabriel, Karin Pawelke, Anja Rödel und Petra Trümner hatten Erfrischungen, Süßes und Herzhaftes entlang der Spazierstrecke deponiert und so für einen sehr genüsslichen Abend gesorgt.

Auf dem Programm standen: Maximiliansschlösschen, Metzgerei Becker und das Rathaus, in dem es früher viel lustiger zuging – dort war einst die Gaststätte Umbach.

Inge Hirsch, deren Mutter eine geborene Umbach war, berichtete aus dieser Zeit. Gleich nebenan schilderte Wolfgang Hirsch das Leben in der Bäckerei Einert, wo er noch Konditor gelernt hatte. Schließlich übernahm Christiane Seibel geborene Appell das Wort vor dem ehemaligen Kolonialwarenladen Appell. Ihre Mutter habe das Geschäft mit großem Sortiment viele Jahre geführt und als sie aus einem ersten Urlaub zurückgekehrt sei, habe sie sich damit abfinden müssen, dass ihre Kinder eine Mittagspause eingeführt hatten.

Auch die Kirche fehlte bei diesem historischen Rundgang nicht. Das ehemalige Backhaus und die Bleichwiese boten im sommerlichen Frühabend eine romantische Atmosphäre. Vor einem leerstehenden Geschäftshaus berichtete Ilse Zinn, wie sie dort in ihrer Jugend mit ihrem Mann ein Lebensmittelgeschäft eröffnet hatte.

Schon im Jahr 1819 eröffnete der Apotheker-Gehilfe August Friedrich Krüger die Schwanen-Apotheke. Die Vorfahren von Christian Rödel übernahmen die Apotheke 1851. Bereits 1924 belieferte die kleine Dorfapotheke 22 Orte mit ihren selbst hergestellten Pillen, Pülverchen und Cremes. Seit 1990 ist Christian Rödel dort mit seiner Frau Anja und seinem Bruder Thomas tätig. Nun gewährte er einen Einblick in seinen Wirkungsbereich.

Von Helga Hebeler

Quelle: HNA

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