Reisebüros geben Tipps: Agypten ja, Kairo nein

Schwalm-Eder. "Wer jetzt nach Ägypten reist, sollte sich von der Innenstadt Kairos fernhalten", sagte Christina Herdt vom Reiseland in Fritzlar. Grund sind die Unruhen in der ägyptischen Bevölkerung zwischen Anhängern und Gegnern des ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi.

Diese Unruhen haben dazu geführt, dass das Auswärtige Amt gestern seine Sicherheitshinweise für Reisende noch einmal verschärfte. In den Vorgaben werden Touristen angehalten, ihre Reisen auf den Großraum Kairo und Alexandria, die Urlaubsgebiete am Roten Meer und die Touristenzentren in Oberägypten zu beschränken.

Auf Kulanz angewiesen

"Wenn sich die Touristen an diese Vorgaben und die ihres Reisebüros halten und sich von den Unruheherden fern halten, besteht für sie auch keine Gefahr", erklärte die Reiseverkehrskauffrau. Touristenorte wie Hurghada und Scharm-el-Sheikh seien von den Unruhen bisher nicht betroffen. Die momentane Situation sei auch nicht so schlimm wie vor zwei Jahren während des arabischen Frühlings.

Falls Urlauber aus Angst aber dennoch ihre Reise stornieren oder umbuchen möchten, sind sie auf die Kulanz des Veranstalters angewiesen. "Solange keine Reisewarnung ausgesprochen ist, müssten die Veranstalter nicht reagieren", erklärte Herdt. Wer dennoch auf einer Stornierung oder Umbuchung besteht, muss mit Zuzahlungen rechnen oder bei der Wahl des neuen Hotels Abstriche machen. Zudem seien Umbuchungen zu den Sommerferien schwierig.

Generell sei aber auch zurzeit keine Saison für Ägyptenurlaub. "Dort herrscht momentan Hochsommer mit bis zu 40 Grad. Deshalb gibt es nicht viele Buchungen", sagte Jürgen Degethoff vom Tui-Reisecenter in Melsungen. Die Hochsaison sei im Herbst. Auf diesen Zeitraum hätten die Unruhen bisher keine Auswirkungen bei den Buchungen.

Maike Drescher vom Reisecenter Felgenhauer in Schwalmstadt sagte, dass für Oktober auch in der jetzigen Zeit gebucht werde. Trotz des verschärften Sicherheitshinweises habe es bisher noch keine Anfragen zu Umbuchungen von Ägypten-Urlaubern gegeben. Touristen, die jetzt reisten, würden größtenteils Tauchurlaub in Hurghada machen, da gebe es derzeit keine Unruhen.

Urlauber, die jetzt nach Ägypten reisen, werden vom Auswärtigen Amt angehalten das Nildelta, den Sinai sowie das ägyptisch-libysche Grenzgebiet zu meiden. Außerdem wird empfohlen, bei Demonstrationen nicht zu fotografieren und die Medienberichterstattung zu verfolgen.

Von Benjamin Kling

Quelle: HNA

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