Gerichtstermin: Reisebusfahrer bezog Prügel für laufenden Motor

Schwalm-Eder. Ein Reisebusfahrer aus dem Melsunger Stadtgebiet hat von einem Passanten Prügel bezogen, weil der Mann sich am laufenden Motor des Busses störte. Jetzt wurde der Schläger veruteilt.

Durch einen kräftigen Faustschlag erlitt der 48-Jährige eine Rippenprellung und musste deswegen ins Krankenhaus. Der 53-jährige Angreifer wurde jetzt vom Amtsgericht Celle zu einer Geldstrafe wegen Körperverletzung verurteilt.

Der Busfahrer war im August für ein Reiseunternehmen aus dem Schwalm-Eder-Kreis auf Tour und hatte am Bahnhof Celle auf seine Fahrgäste gewartet. Dabei kochte er sich einen Kaffee. Plötzlich sei der 53-Jährige aufgetaucht und habe ihn ultimativ aufgefordert, sofort den Motor abzustellen, sagte der Busfahrer vor Gericht.

Er habe geantwortet: „Erst wenn der Kaffee fertig ist“, denn der Motor müsse die Bus-Batterie mit Strom unterstützen. Da habe der Mann ohne Vorwarnung zugeschlagen. Ein Taxifahrer habe den Wütenden schließlich von dem Bus weggezogen.

Der angeklagte Hartz IV-Empfänger machte vor Gericht geltend, er habe eine durchzechte Nacht hinter sich gehabt. Als gelernter Kraftfahrzeugmeister wisse er aber ganz genau, dass Kaffeemaschinen in Bussen von einer separaten Batterie gespeist würden. Der Motor hätte nicht laufen müssen. Deswegen habe er sich von der Antwort des Busfahrers „verarscht“ gefühlt, sagte der 53-Jährige.

Seinen Prügel-Angriff bereue er heute allerdings. In der Verhandlung entschuldigte sich der Mann bei dem 48-jährigen Reisebusfahrer. Dieser sagte, er habe trotz starker Brustschmerzen seinen Fahrtauftrag bis nach Neubrandenburg fortgesetzt und dort dann einen Arzt aufgesucht.

Das Gericht verhängte eine Geldstrafe von 450 Euro und räumte dem mittellosen 53-Jährigen Ratenzahlung ein. Zuvor meinte der Staatsanwalt: Wer eine Nacht mit Alkohol durchmachen könne, der könne auch Monatsraten von 30 Euro bezahlen.

Quelle: HNA

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