Vereine kritisieren die neue Bad Sooden-Allendorfer Abgabe

Reitsportfreunde haben Angst vor Pferdesteuer

Schwalm-Eder. Wenn dieses Beispiel Schule macht, befürchten auch die Reiter aus dem Schwalm-Eder-Kreis das Schlimmste: Die Stadt Bad Sooden-Allendorf erhebt bundesweit erstmals eine Pferdesteuer. Reiter bezahlen dort ab Januar 200 Euro pro Tier und Jahr.

Auch wenn im Schwalm-Eder-Kreis bislang noch keine Kommune Anstalten macht, eine solche Abgabe zu fordern, sind die Pferdefreunde dort beunruhigt. Christina Engelbrecht, Vorsitzende des Homberger Reit- und Fahrvereins, war bei der Demonstration in Bad Sooden-Allendorf dabei. Sie ist in Sorge, dass die Kreisstadt mit ihrer klammen Finanzlage der Bad Sooden-Allendorfer Idee folgen könnte.

Für so manchen Pferdehalter, sagt sie, würde eine solche Abgabe eine persönliche Katastrophe bedeuten. „Die Pferdesteuer konterkariert die Absicht der Vereine, eine gute Jugendarbeit zu leisten. Wenn das Geld für Steuern statt für soziale Aspekte eingesetzt werden muss, wird das Reiten wieder zu einem elitären Sport“, sagt Engelbrecht.

Auch Werner Knierim, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Rengshausen, hat mitdemonstriert: „Kein einziger Pferdewirtschaftsbetrieb kann sich diese Steuer leisten“, sagt er. Außerdem bedeute sie für viele Tiere den sicheren Tod: „Es wird sich niemand mehr leisten können, einem alten Pferd über Jahre hinweg das Gnadenbrot zu geben.“

Günter Schlemmer, Bürgermeister in Jesberg, lehnt die Steuer vehement ab: Der Verwaltungsaufwand stehe in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Zudem sei die Steuer kontraproduktiv für den ländlichen Raum, in dem viele Betriebe vom Pferdesport lebten.

Auch für Homberg komme die Abgabe nicht in Frage, sagt Bürgermeister Martin Wagner. „Wenn wir eine Steuer für Pferde einführen wollten, müssten wir sie der Gerechtigkeit halber auch für Kühe und alle anderen Nutztiere fordern.“

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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