"Räp-räp" in blütenreichen Wiesen

Rekordjahr für den Wachtelkönig: Die Hälfte aller Reviere ist in der Schwalm

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Selten: der rötlichbraun, blaugrau und schwarz gemusterte Wachtelkönig.

Schwalm. Er ist unauffällige und extrem selten: der Wachtelkönig. Von diesem Vogel sind in Hessen in diesem Frühsommer nur 16 Reviere bekannt. Davon wurden gleich sechs im Rückhaltebecken zwischen Treysa und Ziegenhain und zwei bei Leimbach beobachtet damit lebt die Hälfte des Landesbestandes in der Schwalm.

Allerdings lassen sich die Wachtelkönige so gut wie nie sehen, da sie sich als Bodenbewohner abwechslungsreicher Feuchtwiesen vor Feinden gut zu verbergen wissen und nur nachts ihren auffallenden Ruf erschallen lassen.

Mehrere Jahre war dieser Ruf selbst in den Auen der Schwalm, einem der letzten fünf Brutgebiete in Hessen, nicht mehr zu hören. Die acht rufenden Wachtelkönige sind somit ein großer Erfolg für die Naturschutzbemühungen der Stadt Schwalmstadt und der Naturschutzverbände HGON und Nabu.

Bei den Wachtelkönigen rufen nur die Männchen, sobald sie ab Mitte Mai aus dem bis nach Südafrika reichenden Winterquartier zurückkehren. Mit den anhaltenden, weitschallenden "räp-räp, räp-räp, räp-räp "-Tönen werden die nachts auf der Suche nach Männchen umherfliegenden Weibchen angelockt. Allerdings unterbrechen die Weibchen nur für einen Chor aus mehreren Männchen ihre Reise. Bei nur einem rufenden Männchen wäre die Gefahr zu groß, dass es sich um ein kleines, zur Aufzucht der Brut nicht geeignetes Gebiet handelt. Sind aber die Rufe mehrerer Männchen zu hören, schließen sie auf ein gutes Brutgebiet lassen sich dort nieder.

Wachtelköniglebensräume müssen daher nicht nur einige dutzend Hektar groß und recht still sein, damit die Weibchen die Rufe überhaupt hören können. Die Wiesen müssen zudem blütenreich und lückig sein, so dass sich selbst die winzigen Jungtierekurz nach dem Schlupf schnell zwischen den Gräsern bewegen können, um sofort kleine Insekten zu erwischen. Eine gute Gebietswahl ist auch wichtig, damit genügend Nahrung für die aus den sieben bis zwölf Eiern schlüpfenden Küken vorhanden ist. In gedüngten, dichten Löwenzahnwiesen können die Küken nicht durch die Vegetation dringen und verhungern schnell. Meist geht das Gelege schon zuvor verloren, weil die Wiesen spätestens Ende Mai gemäht werden.

Von Heinz und Stefan Stübing

Quelle: HNA

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