Schloss Elmarshausen ist eine architektonische Besonderheit: das südlichste Beispiel für die Weserrenaissance

Renaissance-Juwel an der Erpe

Besonderheit: die Ostfassade mit der typischen Giebelform der Weserrenaissance.

Elmarshausen. Über die wenig befahrene Kreisstraße 94 führt der Weg zum Wasserschloss Elmarshausen, einem architektonischen Juwel.

Der Ort an der Erpe wurde als Egelmareshusun 1123 erstmals urkundlich erwähnt. Nach den Herren von Helfenberg und von Gudenberg kam das Gut in den Besitz der Familie von der Malsburg, dem es bis heute gehört.

Marschall von der Malsburg

Hof- und Feldmarschall Hermann von der Malsburg erwarb die Anlage 1515. Er war als Feldherr des Herzogs Ulrich von Württemberg, dem er nach der siegreichen Schlacht zu dessen Thron verhalf, vermögend geworden. Von der Malsburg ließ die Burg der Herren von Gudenberg großzügig zum Schloss umbauen. Vermutlich engagierte Hermann von der Malsburger hierfür den Tübinger Baumeister Jörg Unkair, der unter anderem auch Schloss Neuhaus und Schloss Petershagen erbaute.

Welsche Giebel

Das Schloss Elmarshausen entstand im Stil der Weserrenaissance. 1563 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Es ist das südlichste Beispiel dieses Baustils. Prägende Elemente sind vor allem an der Ostfassade erhalten: Die Zwerchhäuser schließen mit Halbkreisaufsätzen, den sogenannten welschen Giebeln, ab. Verschiedene Umbauten im 18. und 19. Jahrhundert brachten Veränderungen. So wurden die Renaissance-Giebel teilweise durch flache, klassizistische Dreiecksgiebel ersetzt. Auch barocke Elemente finden sich: etwa die Hauben auf den Treppentürmen. Das Schloss ist von einem Graben umgeben, der heute nur noch teilweise Wasser führt. Der Bau umschließt einen quadratischen Innenhof, in dem mehrere Wappen der Familie angebracht sind. Zur Anlage gehören im südlichen Bereich ein freistehendes Gärtnerhaus mit steilem Walmdach und eine Zehntscheune.

Die Schlossanlage beherbergt heute ein bedeutendes Trakehner-Gestüt. Führungen für Gruppen werden nach vorheriger Anmeldung angeboten. (nom) www.elmarshausen.de

Quelle: HNA

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