500 Einwohner

Rendezvous mit der Natur: Die Idylle in Kirchhof macht glücklich

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Sie setzen sich für ihr Dorf ein: Die Kirchhöfer nahmen gern an unserem Ortsrundgang teil. Rechts ist Ortsvorsteher Holger Hartung zu sehen.

Kirchhof. Mitten im Grünen, gerade einmal zehn Fahrradminuten von der Bartenwetzerbrücke entfernt, liegt Kirchhof. Knapp 500 Einwohner leben dort im idyllischen Kehrenbachtal.

„Ja, die Landschaft ist das, was Kirchhof ausmacht“, sagt Ortsvorsteher Holger Hartung.

Bei unserem Ortsrundgang im Melsunger Stadtteil wird klar: Wer einmal in Kirchhof gelandet ist, der verlässt die grüne Oase so schnell nicht mehr – auch wenn sich ab und zu mal ein Wildschwein an den Gartenzaun verirrt.

Die Bewohner

Einer, der schon immer in Kirchhof wohnt, ist Friedrich Günther. Nach 73 Jahren im Ort hat er stets eine Geschichte aus alten Zeiten auf Lager. Auch die Grundschullehrerin Gabriele Schimka wohnt ihr Leben lang in Kirchhof. Durch Zufall habe sie immer wieder Stellen an Schulen in der Umgebung bekommen. „So hat es mich nie an einen anderen Ort verschlagen.“ Und auch der 11-jährige Till Hupfeld ist froh, in Kirchhof aufzuwachsen: „Ich kann auf der Straße Fahrradfahren, ohne, dass dauernd Autos stören.“

Das Besondere

Wer sich am Dorfplatz in Kirchhof verabredet, sollte den Treffpunkt genau absprechen. Denn im Ort gibt es in der Nähe zur Kirche zwei Dorfplätze, die aber nur wenige Meter auseinander liegen. Den Dorfbrunnen gibt es seit 1987, als der Hessentag in Melsungen stattfand. „Aber so ein richtiger Treffpunkt fehlt“, sagt Holger Hartung. Eine Gaststätte gibt es nicht mehr.

Das Gasthaus Schomberg an der Hauptstraße, das lange Jahre Vereinsheim der SG Kirchhof war, wird nicht mehr bewirtet. Auch einen Lebensmittelhandel gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Nur die alten Schilder weisen noch darauf hin, dass man in der Nähe der Kirche mal einkaufen konnte. Auch viele Landwirte habe es gegeben, sagt Günther. Heute gibt es in Kirchhof nur noch einen Haupterwerbslandwirt. Außerdem ein Unternehmen für Haustechnik, für Maler- und Verputzer-Arbeiten, eine Digitaldruck-Firma und einen Friseur.

Das DGH

Das große Dorfgemeinschaftshaus ist neben dem Sportplatz und der Grillhütte der Stolz der Kirchhöfer. Das DGH, das 2011 nach einer Grundsanierung wiedereröffnet wurde, ist nicht nur Vereinsheim der SG, sondern auch Veranstaltungsort für viele von außerhalb, sagt Hartung. Der Förderverein kümmert sich um die Belegung des Hauses. Direkt gegenüber befand sich früher übrigens einmal die Schule des Dorfes, erzählt Günther. 1969 sei sie geschlossen worden.

Die Vereine

Neben der SG mit den erfolgreichen Handballerinnen gibt es im Ort unter anderem die Feuerwehr, die auf der Suche nach Nachwuchs ist, die Dorfgemeinschaft und den Männergesangverein. Mit seiner Gründung im Jahr 1896 ist er der älteste Verein im Dorf.

Das Neubaugebiet

Wachsen wollen die Kirchhöfer gern. Doch viele scheuten sich vor dem Hausbau im seit Jahren ausgewiesenen Neubaugebiet, erzählt Hartung. Die Hanglage schrecke viele ab. Aber drei Häuser seien nun im Bau, sagt der Ortsvorsteher stolz. Zehn Plätze stehen aber noch zur Verfügung. Wer die Hanglage nicht scheut, wird mit einem atemberaubenden Blick ins Tal belohnt.

Die Gemeinschaft

Was beim Ortsrundgang auffällt: Den Kirchhöfern ist daran gelegen, dass es schön in ihrem Dorf ist. Dafür legen sie auch selbst Hand an. Den Friedhof gestalten sie beispielsweise zurzeit neu. Auch die große hölzerne Bushaltestelle in der Ortsmitte haben die Bewohner in Eigenleistung hergerichtet. Genau wie das Jugendhaus im ehemaligen Gefrierhaus. Und wer arbeitet, der darf auch feiern: Im August steht das Dorffest an, im Oktober die Kirmes.

Quelle: HNA

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