Viel zu tun hatten Bäckereien am Wochenende mit der Herstellung von Silvestergebäck

Renner war die Musfüllung

Backstubenmeister Michael Pfister füllt per Maschine die Kreppeln mit Marmelade.

Beiseförth / Melsungen. Man nennt sie Berliner, Krapfen, Pfannkuchen oder Kreppeln. Sie sind gefüllt mit Marmelade oder Likör. Wer Pech hat, erwischt eine mit Senffüllung, so scherzt der Volksmund. Meist sind sie noch überzogen mit Puderzucker oder Zuckerguss.

Dieses heißbegehrte Gebäck gehört traditionell vielerorts nicht nur zur Faschingszeit, sondern auch zu Silvester und Neujahr auf den Tisch.

Die Produktion der in Fett ausgebackenen süßen Hefebällchen lief im Melsunger Land in den Backstuben um die Jahreswende wieder auf vollen Touren. „Wir produzieren doppelt so viele Berliner wie sonst“, sagt Achim Theis von der Bäckerei/Konditorei Theis aus Beiseförth. Um das süße Gebäck frisch zum Silvestersamstag in die Läden bringen zu können, begann die erste Backschicht Freitagabend. „Wir haben über 35 Liter Eier für den Kreppelteig verbraucht“, berichtet Michael Pfister, Backstubenleiter.

„Wir haben über 35 Liter Eier für den Kreppelteig verbraucht.“

Der Teig wird portioniert, dann geformt, in Fett ausgebacken, gefüllt und zum Schluss, so erklärt Pfister, erhalten die Kreppeln unterschiedliche Überzüge von Puderzucker, Zuckerguss, Schokolade bis zum bunten Esskonfetti, damit man die verschiedenen Füllungen auseinander halten kann.

Der mit Senf bringt Glück

Für den Kreppelverkauf bereits um 4.30 Uhr auf den Beinen: von links Vanessa Zimmer, Petra Kaube und Teresa Grenz in Beiseförth. Fotos: Grenzebach 

„Unsere Berliner werden mit Aprikose, Pflaumenmus, Mehrfruchtmarmelade (Rote Beere), Eierlikör, Erdbeere und Amaretto gefüllt. Doch der Renner ist die Musfüllung“, so Heike Theis von der Bäckerei Theis. Zusätzlich bietet Theis Quarkbällchen und Kameruner an, teils mit Vanillecreme gefüllt. „Die Kameruner sind mehr oval statt rund wie die Berliner“, berichtet Heike Theis, die ursprünglich aus Niedersachsen stammt und von dort auch andere Bräuche kennt: „Bei uns gab es zu Silvester immer eine Schale mit Berlinern drauf. Einer war mit Senf gefüllt. Normalerweise hieß es dann immer, wer den mit Senf erwischt, hat im folgenden Jahr Pech, aber wir haben dann den Spruch irgendwann umgewandelt und gesagt, wer den mit Senf ergattert, hat im neuen Jahr Glück.“

Auch bei der Bäckerei A. Klabunde & Sohn aus Melsungen lief die Kreppelproduktion auf Hochtouren. Sechs verschiedene Fülungen mussten her, der Renner unter den Füllungen war aber einmal mehr der traditionelle mit Pflaumenmus.

Nach dem Silvesteransturm gibt es nun bis zur Faschingszeit wieder die zwei Standardfüllungen: Pflaumenmus und Himbeere-Johannesbeere.

Von Christina Grenzebach

Quelle: HNA

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