Anorak 21 in Falkenberg bietet Erlebnispädagogik auch für Grundschüler an

Sie retten das Wir-Tier

Zusammenarbeit auf engem Raum: Die Schüler der Waberner Reiherwaldschule beim Erlebnispädagogik-Tag, Manuel Ohrndorf hilft. Fotos: Dellit

Falkenberg. Das wird eng. Die Waberner Schüler drängen sich auf umgedrehten Getränkekisten. Um nicht herunterzufallen, umarmen sie sich, halten sich aneinander fest, sichern sich gegenseitig ab. Dann wird eine Kiste weggenommen, und wieder muss die Gruppe sich zusammenraufen.

Der Falkenberger Verein Anorak 21 hat sein Angebot „Wir gewinnt – Erlebniswelt Demokratie“ auf Grundschulklassen erweitert, und die Klasse 2c der Waberner Schule am Reiherwald gehörte zu den ersten, die den erlebnispädagogischen Tag auf dem Gelände der ehemaligen Jugendherberge auf dem Mosenberg absolvierten.

Was Toleranz bedeutet

„Rettet das Wir-Hörnchen“ lautet der Titel des Tages, bei dem die verschiedenen Elemente in eine Geschichte um das rätselhafte Tier eingebunden werden. Die Kinder müssen nach Hinweisen nach dem letzten Tier seiner Art suchen und dabei gemeinsam Aufgaben erfüllen, erläutert Pascal Bewernick, einer der Betreuer.

Toleranz, Kompetenz, Demokratie – große Worte, von denen die Grundschüler aber nichts zu hören bekommen. Sie sollen vielmehr erleben, was Toleranz bedeutet; was es heißt, niemanden auszugrenzen und gemeinsam ein Ziel zu erreichen.

Das Spiel mit den Getränkekisten, es trägt den Namen „Raum ist in der kleinsten Hütte“, ist ein gutes Beispiel dafür: Einzelkämpfer sind nicht gefragt. Die Gruppe gewinnt nur, wenn alle oben bleiben, und dazu müssen sie zusammenarbeiten.

Ein ähnliches Angebot macht Anorak 21 seit längerer Zeit für ältere Schüler, unterstützt unter anderem vom Kreisprojekt gegen Rechtsextremismus „Gewalt geht nicht“ und vom Bundessozialministerium.

Er habe eine Anfrage aus einer Grundschulklasse bekommen, in der es massive Probleme gab, erläuterte Bewernick. In Zusammenarbeit mit Stefan Bürger („Gewalt geht nicht“) wurde ein Pilotprojekt initiiert. Da es eine finanzielle Förderung des Ministeriums gibt, sei der Tag auch für Eltern finanzierbar, die weniger Geld hätten.

Die Schüler der Waberner Klasse etwa bezahlen pro Person fünf Euro, der Rest sind Zuschüsse, erläutert Lehrerin Thea Pfaar-Lauterbach, die von einer Kollegin von dem Angebot erfahren hatte.

Bewernick und Mitstreiter Manuel Ohrndorf haben festgestellt, dass ihr Konzept nicht nur auf dem Papier aufgeht. In einer Klasse, so erzählt Bewernick, gab es eine Außenseiterin. Ein halbes Jahr lang sprach sie mit keinem der anderen Schüler. Bis sie mit ihrer Klasse auf den Mosenberg kam.

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Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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