Entdecker der Metzrenette stammt aus Zennern – Fest zur Auszeichnung

Die Retter des Apfelbaums

Der Renner bei den Kindern während des Festes: Auch Lara Döring (5) aus Zennern mochte die Apfelschälmaschine.

Zennern. Metzrenette heißt der Baum des Jahres 2011. Und der Apfelbaum stammt aus Zennern. Nicht nur aus diesem Grund feierten die Zennerschen ein Apfelfest. Ortsvorsteher Friedhelm Döring und die Vereinsgemeinschaft pflanzten den Baum des Jahres und hatten doch tatsächlich mehr als 30 Apfelsorten zum Probieren ausgestellt.

Steffen Kahl und Walther Meiß vom Pomologen-Verband Hessen waren zum Fest gekommen und informierten über Obstarten und Apfelsorten, deren Bestimmung, Beschreibung, Empfehlung und Erhaltung.

Überrascht waren die beiden über die vielen Besucher, die auf den Gutshof Metz in Zennern gekommen waren.

Viele waren der Aufforderung gefolgt, Äpfel zur Sortenbestimmung mitzubringen. Im Vorfeld hatten Walther Meiß und Günther Döring aus Zennern die Umgebung nach Apfelbäumen abgesucht und präsentierten ihre Ausbeute: über 30 verschiedene Apfelsorten.

Vom Aussterben bedroht

Aber auch die Besucher hatten Äpfel mitgebracht: Das Ehepaar Ralf und Marion Schlicke aus Kerstenhausen zum Beispiel. Sie hatten zwei Sorten Äpfel zur Bestimmung mitgebracht, die sie in ihrem gepachteten Bauerngarten aus der Leomühle aus Bad Zwesten geerntet haben.

Der Renner bei den jüngsten Besuchern war eine Apfelschälmaschine.

Die Pflanzaktion für den Apfel des Jahres nahm der Urenkel von Georg Wilhelm Metz (1830-1903), Dr. Georg Metz vor. Er erinnerte sich: „Dort wo ich jetzt die Metzrenette pflanze, habe ich als Kind immer Gras mähen müssen.“ Er freue sich, dass auf seinem elterlichen Gutshof nun ein vom Aussterben bedrohter Obstbaum gepflanzt wurde. Georg Wilhelm Metz hatte den Apfel Mitte des 19. Jahrhunderts in seinem Geburtsort Zennern entdeckt.

Metz ist es zu verdanken, dass sich diese Apfelsorte in Nordhessen verbreitet hat. 1890/91 schickte er Früchte an den namhaften Pomologen Dr. Theodor Engelbrecht, der die Sorte dann nach dem Entdecker benannte. Die Metzrenette kommt heute nur noch vereinzelt vor, eine größere Gruppe von über 100- jährigen Bäumen steht in Riede.

Metzrenette: Die Sorte kommt spät in den Ertrag, trägt dann reichlich und regelmäßig schöne Früchte, wertvoller Tafelapfel mit edlem Aroma, haltbar bis weit über März. Bäume gibt es bei der Bio-Baumschule Pflanzlust, Wolfhagen-Nothfelden und der Gartenbauschule Döring in Ahnatal-Heckershausen. (zpb)

Quelle: HNA

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