Retter im Dauerstress: Feuerwehr Balhorn absolvierte eine 24-Stunden-Übung

Rettung in Schutzanzügen: Die Einsatzkräfte brachten den Verletzten (Puppe) aus der Gefahrenzone. Foto:s Michl

Balhorn. Die Nachtruhe von Freitag auf Samstag war für die 20 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Balhorn nur von kurzer Dauer. Kaum sechs Stunden konnten sie nach mehreren Einsätzen am Freitag schlafen, als sie am frühen Samstagmorgen erneut ausrücken mussten, um bis in die Nachmittagsstunden einen Gebäudebrand zu bekämpfen.

Die 24-Stunden-Übung verlangte den insgesamt 52 Einsatzkräften einiges ab.

Selbst als der vermeintliche Gebäudebrand unter Kontrolle war, gab es für die Helfer noch kein Aufatmen. Während die Balhorner Wehrverantwortlichen Oliver Lenz, Uwe und Karsten Mathe in der Teambesprechung den vorher abgeschlossenen Einsatz analysierten, schrillte schon wieder die Alarmglocke. Und diesmal musste die Balhorner Wehr ein ganz dickes Brett bohren: Ein Chemieunfall hatte sich ereignet.

Wehrführer Oliver Lenz: „Solche Übungen quer durch unser Aufgabengebiet absolvieren wir in regelmäßigen Abständen. So sind unsere Männer und Frauen bestens für den Ernstfall gerüstet.“

Flüssigkeiten brannten

Chemische Reaktion: Fässer verloren ihren giftigen Inhalt.

Um 14.30 Uhr am Samstagnachmittag ging bei der Balhorner Wehr die Alarmierung ein, dass in einem Holzverarbeitungsbetrieb beim Verladen zwei Fässer mit hochgiftigen Substanzen zu Boden gefallen waren. Die unbekannten Flüssigkeiten liefen aus und hatten sich entzündet. Als die Retter nach wenigen Minuten am Unfallort eintrafen, stellten sie fest, dass nur wenige Meter von den Fässern entfernt eine Person regungslos am Boden lag.

Fässer abgedichtet

Erstmaßnahme war, den verunglückten Mann zu retten, ihn aus der Gefahrenzone zu bringen, so Franz-Josef Rössler, der die Übung initiiert hatte und der im Hauptberuf Experte für Chemieunfälle bei der Berufsfeuerwehr Kassel ist. Das gelang reibungslos durch die dafür ausgebildeten Rettungskräfte in Atemschutzanzügen. Ein anderer Trupp dichtete die Fässer ab. Die Balhorner Wehr hatte den Unfallort weiträumig abgesperrt, nur die Atemschutzgeräteträger hatten Zutritt. Sie und ihre Ausrüstung mussten in einem Kontaminierungsraum gründlich gereinigt werden.

Schlag auf Schlag

Am Freitag hatten Schlag auf Schlag auf dem Übungsprogramm gestanden: ein Böschungs- und Lkw-Brand, ein Verkehrsunfall mit Personenrettung und technischer Hilfeleistung und die Bergung und Rettung eines von einem Baugerüst gestürzten Arbeiters. Übungsfazit: die Balhorner Wehr ist auf einen Ernstfall vorbereitet.

Quelle: HNA

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