Yorkshire-Hilfe vermittelt Hunde aus spanischen Tötungsstationen

Rettung vor sicherem Tod

Glücklich im neuen Zuhause: Sammy, Ronja und Krümel mit Rainer und Anja Thomas von der Yorkshire-Hilfe. Foto: Sommerlade

Ippinghausen. „Man kann nicht jeden einzelnen armen Hund auf der ganzen Welt retten, aber man kann die ganze Welt für einen einzelnen armen Hund retten.“ Das ist der Grundsatz von Anja und Rainer Thomas aus Ippinghausen. Und aus dieser Überzeugung heraus haben die Eheleute auch den Verein Yorkshire-Hilfe gegründet, den sie nun als Vorsitzende leiten.

Begonnen hatte alles vor vier Jahren, als das Ehepaar auf der Suche nach einem Familienhund war. Nachdem die Familie sich beraten hatte, war schnell klar, dass es ein Yorkshire-Terrier sein sollte. „Diese Hunde sehen nicht nur niedlich aus. Sie gehören einer Rasse an, die nicht haart. Das war für uns auch ein Kriterium.“

Schockierende Bilder

Als sich die 46-jährige Anja Thomas dann im Internet auf die Suche begab, wurde sie auf die Website der Animal Care Espana aufmerksam. „Was ich dort zu sehen bekam, versetzte mir einen Schock. Es wurde über ausgesetzte oder entlaufene Hunde berichtet, die in Tötungsstationen auf den sicheren Tod warteten.“

Nach dem ersten Schreck stand für die tierliebende Frau fest, helfen zu wollen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann fuhr sie nach Spanien und nahm Kontakt mit den Tierschützern vor Ort auf. Mittlerweile kooperieren sie mit mehreren Privatorganisationen und vermitteln die geretteten Hunde in gute Hände. „Uns ist sehr wichtig, dass das Tier in ein passendes Umfeld kommt. Schließlich haben die meisten Tiere schreckliche Erlebnisse hinter sich“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Narben auf der Hundeseele

„Neben teilweise sichtbaren Narben am Körper haben sie auch Narben auf der Hundeseele.“ Daher sei ein gutes Zuhause und etwas Geduld und Verständnis für die Eigenarten des Hundes vonnöten.

Dass sich die Ausdauer lohnt, kann Anja Thomas bestätigen. Schließlich tollen mit Sammy, Ronja und Krümel in ihrem eigenen Haushalt drei Hunde aus ehemaligen Tötungsstationen herum. Aus Erfahrung weiß sie: „Die spanischen Tiere haben ein liebes Wesen. Sie sind dankbar und anhänglich, sobald sie spüren, dass es jemand gut mit ihnen meint.“ Ein passendes Zuhause für die Tiere zu finden, liegt den Vereinsvorsitzenden sehr am Herzen. Daher prüfen sie anhand von Fragebögen akribisch genau, ob der Hund zum künftigen Besitzer passt.

In ihrem ehrenamtlichen Engagement werden Anja und Rainer Thomas mittlerweile von zehn Vereinsmitgliedern unterstützt. „Es wäre schön, wenn sich noch mehr Helfer finden würden“, wünschen sich die Eheleute. Unterstützung brauche man zum einen in Form von Menschen, die einen Hund adoptieren möchten, zum anderen aber auch durch finanzielle Hilfe für Trockenfutter, Transportboxen für den Flug, Tierarztkosten oder die Sterilisierung. Kontakt/Infos: Familie Thomas, 05692/99 60 522, und www.yorkshire-hilfe.de sowie www.ace-charitiy.org

Von Martina Sommerlade

Quelle: HNA

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