Straßenmeisterei richtet Bereitschaftsdienst ein – Feuerwehr fährt mit Schneeketten

Rettungskräfte brauchen länger

Fahren künftig seltener: Räumfahrzeuge im Winter. Foto:  Archiv

Wolfhager Land. Für heftige Diskussionen sorgt derzeit die Ankündigung des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Kassel, den Winterdienst auf Landes- und Kreisstraßen zu reduzieren. Grund hierfür sind Sparpläne des Landes Hessen: 1,1 Millionen Euro weniger sollen künftig pro Wintersaison ausgegeben werden.

In der Praxis bedeutet dies, dass Landes- und Kreisstraßen werktags nur noch von 6 bis 20 Uhr, sonn- und feiertags von 9 bis 18 Uhr geräumt und gestreut werden. „Das heißt aber nicht, dass die Straßenmeistereien erst ab 6 Uhr morgens loslegen“, erklärt Wolfgang Kühn vom ASV in Kassel. „Ab 6 Uhr sind die Straßen frei, die Räumfahrzeuge rücken natürlich entsprechend früher aus.“ Für den morgendlichen Berufsverkehr sieht er keine Einschränkungen.

„Aus der Halbierung der Umlaufzeiten beim Räumdienst werden sich eher Probleme ergeben“, so Kühn. Bisher seien die Straßen bei Schneefall alle drei Stunden geräumt worden, künftig soll dies nur noch alle sechs Stunden geschehen. „Es bleibt mehr Schnee liegen, dadurch wird es eher zu Verkehrsbehinderungen kommen.“ Es werde aber weiterhin in Drei-Stunden-Intervallen gestreut.

Einsätze planbar

Die Anfahrtszeiten für Rettungskräfte zu Orten, die abseits von Autobahnen und Bundesstraßen liegen, würden sich außerhalb der Räumzeiten verlängern, räumte Kühn ein. Es gebe aber ab der kommenden Woche außerhalb der Schichtzeiten einen Bereitschaftsdienst der Straßenmeistereien. „Es genügt dann ein Anruf der Polizei bei der Straßenmeisterei und die Räumfahrzeuge rücken innerhalb von 30 Minuten aus“, fügt er an.

Außerdem hätten die Leiter der Straßenmeistereien ein computergestütztes Wettersystem zur Verfügung und könnten daher im Vorhinein die Einsätze planen.

Jahreszeitbedingt gebe es momentan mehr Verkehrsunfälle. „Es dauert immer ein bisschen, bis die Leute sich an die Glätte gewöhnt haben“, sagt Thomas Swoboda, stellvertretender Kreisbrandinspektor. „Auf glatten und verschneiten Straßen ist es natürlich auch für uns schwieriger, zu Einsatzstellen zu kommen.“ Daher würden bei entsprechendem Wetter die Feuerwehrfahrzeuge mit Schneeketten auf ihre Einsätze warten. „Da brauchen wir dann unsere erfahrenen Fahrer. Ein 13-Tonnen-Fahrzeug auf Schneeketten zu steuern, ist nicht einfach“, so Swoboda.

Mehrarbeit für Feuerwehr

Oft müsse die Feuerwehr im Winter auch umgestürzte Bäume von der Straße räumen. „Solange keine akute Gefahr besteht, ist das eigentlich Aufgabe der Straßenmeisterei, aber wenn nachts ein Baum auf der Straße liegt, müssen wir spätestens ran, wenn jemand da reingefahren ist.“

Von Patrick Kessler

Quelle: HNA

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