Revier Altenbrunslar: Eine Autobahn, ein Kirchwald und drei Naturschutzgebiete

Blick über die Burgen im Revier: Von der Kartause bei Gensungen hat Förster Jens Grebe einen Blick über die Burgen und sein Revier. Hinten links im Bild die Felsburg, vorn im Bild Zora, ein Deutsch-Langhaar. Foto: Feser

Altenbrunslar. Die Chinesische Mauer zieht sich durchs Revier Altenbrunslar.

So nennt zumindest Forstamtsleiter Jan Stetter die A 7: Sie durchschneidet die größte Waldfläche des Reviers auf einer Länge von vier Kilometern. Jens Grebe vom Revier Altenbrunslar ist aber viel mehr als nur Förster der Autobahn. Sein Revier ist zwar flächenmäßig das größte im Forstamt, aber auch das luftigste, denn viel freie Fläche liegt um die Waldflächen.

Eine weitere Besonderheit ist der Kirchwald bei Wollrode. Der ist zwar nur zwei Hektar groß aber eine seltene Besitzart: Er ist der einzige Kirchwald im Forstamt Melsungen. Weil Hessen-Forst für die Bewirtschaftung zuständig ist, bespricht Förster Grebe die anstehenden Pflegearbeiten mit dem örtlichen Pfarrer.

Förster Grebe ist auch der einzige Waldbautrainer des Forstamtes. Er schult Revierleiter bei sieben hessischen Forstämtern zu Themen wie: Wie können die Leitlinien zur naturnahen Wald-Bewirtschaftung umgesetzt werden? Wie ist mit Verjüngungsflächen umzugehen?

Auch sonst hat Jens Grebe mit vielen Ansprechpartnern zu tun, denn 600 Hektar der Waldfläche sind im Privat- oder Kommunalbesitz. Zum Beispiel das Gebiet „Schneid“ bei Niedervorschütz. In diesem Privatwald gibt’s 50 Eigentümer, die Parzellen sind nur handtuchbreit und mit vielen Grenzsteinen gekennzeichnet. Schwierig wird’s beispielsweise bei Windbruch. Dann ist nämlich zu klären, wem welcher Baum gehört, der umgefallen ist und auf benachbarten Parzellen liegt.

Einen guten Überblick über sein Revier hat Förster Grebe von der Kartause aus, dem ehemaligen Augustinerinnen-Kloster bei Gensungen. Es liegt in einem der drei Naturschutzgebiete in den Ederauen, die im Revier liegen. Das zweite Gebiet sind die Reiherteiche bei Böddiger, wo Revierleiter Grebe im Spätsommer unter anderem den Wasserstand regelt, damit dort Zugvögel rasten und die Wasservögel Nahrung finden können. Das dritte Naturschutzgebiet sind die Kiesteiche Altenburg bei Felsberg.

Und dann ist da eben noch die Autobahn. Aufgrund eines zwei Meter hohen, einbetonierten Stahlzauns entlang der A 7 kommt es zu keinen Wildunfällen. Stattdessen nutzten die Tiere die Heltertalbachbrücke, um die Waldseiten zu wechseln, berichtete Förster Grebe. Auch ihm beschert die Straße Umwege: Er kann sie nur an einer Unterführung bei Ellenberg passieren. Deshalb erinnert die A 7 im Revier Altenbrunslar doch irgendwie an die Chinesische Mauer.

Quelle: HNA

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