Platz für Flüchtlinge und Kreisarchiv

Kreis will drei Gebäude in der ehemaligen Dörnbergkaserne kaufen

+
Platz für 150 Flüchtlinge: Der Schwalm-Eder-Kreis möchte von der Stadt Homberg diese beiden Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Dörnbergkaserne kaufen. Die Homberger Stadtverordneten entscheiden heute darüber.

Homberg. Für eine schnelle Unterbringung von Flüchtlingen will der Schwalm-Eder-Kreis zwei Gebäude einschließlich Freiflächen in der ehemaligen Dörnbergkaserne in Homberg kaufen.

Außerdem soll in einem weiteren Gebäude das Kreisarchiv eingerichtet werden.

Entscheiden sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstag für den Verkauf, dann will der Landkreis in den beiden ehemaligen Kompaniegebäuden auf einer Fläche von 1540 Quadratmetern eine Gemeinschaftsunterkunft für rund 150 Personen einrichten.

Derzeit werde geprüft, ob die Gebäude umgebaut oder nach einem Teilrückbau bis zur Oberkante der Kellerdecke errichtet werden. Im Gegenzug werde der Landkreis die Nutzung der ehemaligen Feldwebelwohnungen als Unterkunft für Flüchtlinge komplett aufgeben.

In der Gemeinschaftsunterkunft könne man jenen Menschen einen Platz bieten, die aus den Ersteinrichtungen in den Landkreis kommen. Von Homberg aus könnten sie dann in anderen Städten und Gemeinden des Kreises untergebracht werden.

Die Asylsuchenden wären in der ehemaligen Kaserne in unmittelbarer Nähe zur Ausländerbehörde und der Beratungsstelle für Flüchtlinge des Kreises untergebracht. Die enge Anbindung an die Behörde bringe Vorteile mit sich: So könne man mehr Struktur gewinnen. Zum einen werde sichergestellt, dass jeder Flüchtling, der im Kreis ankommt, erstmal ein Dach über dem Kopf habe, zum anderen lasse sich die Verteilung so schnellst- und bestmöglich gestalten. „Es entsteht dort durch die Betreuungsstelle so etwas wie eine Rezeption des Landkreises für die Aufnahme von Flüchtlingen“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz im HNA-Gespräch. Man habe sich bewusst für die Dörnberkaserne als Standort entschieden, erklärt der Bürgermeister. Denn in der Ostpreußenkaserne solle sich das Gewerbegebiet entwickeln, betont Ritz.

Die Kosten für den Kauf der drei Gebäude belaufen sich auf 281 000 Euro (192 000 Euro für die beiden Gebäude für die Flüchtlingsunterkunft und 89 000 Euro für das Gebäude/Kreisarchiv).

Der Magistrat der Stadt hat sich bereits für den Verkauf ausgesprochen.

Pläne für Büro- und Lagerräume

Auch für drei Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Ostpreußenkaserne (Gewerbegebiet Homberg Süd) gibt es einen Kaufinteressenten. Die Horst Euler und Lukas Schütze Immobilien Projektierung aus Willingshausen will zwei der Gebäude kaufen und auf ein weiteres eine Kaufoption erhalten.

Der Kaufinteressent habe erklärt, dort ein Gewerbe- und Dienstleistungszentrum betreiben zu wollen. Die Stadt habe entsprechende vertragliche Regelungen getroffen, um zum Beispiel die Nutzung als Unterkunft für Asylbewerber auszuschließen, erklärt Bürgermeister Ritz. Die Ostpreußenkaserne solle als Gewerbegebiet entwickelt werden.

Eine Auskunft über die geplante Nutzung wollte Horst Euler gestern in einem Telefonat mit der HNA erstmal nicht geben. Er befinde sich im Urlaub und wolle sich zunächst mit seinem Geschäftspartner abstimmen, erklärte er. Gegenüber der Hessischen Landgesellschaft hatte Euler bekundet, die Gebäude langfristig für gewerbliche Zwecke (Büroräume und kleinere Lagerflächen) zu nutzen.

• Öffentliche Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag, 4. November, 19 Uhr, Vereinsheim, Rodemann.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion