Rheuma: Trockene Kälte lindert den Schmerz

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Eiseskälte: In der Kältekammer bei minus 110 Grad versuchen die Ärzte der Klinik in Bad Wildungen die Schmerzen der Rheumapatienten zu lindern.

Schwalm-Eder. Der Begriff Rheuma umfasst viele Erkrankungen, eines haben sie gemein: den Schmerz. Schon bei den alten Griechen bezeichnete Rheuma den fließenden Schmerz. Heute unterscheidet der Mediziner eine Vielzahl rheumatischer Erkrankungen, die oft schubweise verlaufen.

Betroffen sind meistens Gelenke und Wirbelsäule, aber auch Muskeln, Sehnen, Gefäße und Organe. Ursachen sind unter anderen Autoimmunerkrankungen, Infektionen, zum Beispiel nach einem Zeckenbiss, und Stoffwechselerkrankungen.

„Die Patienten beklagen meistens schmerzhafte Schwellungen von Gelenken, häufig der Hände, mit Funktionseinschränkungen“, berichtete Dr. Bernhard Krohn-Grimberghe, Chefarzt der Rheumaklinik in Bad Wildungen. Beispielsweise ließen Kraft und Geschicklichkeit in den Fingern nach. Einfache Handgriffe wie das Öffnen von Flaschen oder das Tippen auf der Computertastatur fielen immer schwerer.

Aber auch Symptome wie ein rotes Auge durch eine Entzündung der Iris oder eine geschwollene Achillessehne könnten Hinweise auf eine Erkrankung sein. Auch stünden oft Hauterkrankungen im Zusammenhang mit Rheuma.

Neben einer Blutuntersuchung geben Ultraschall, Röntgen, Kernspin und nuklearmedizinische Untersuchungsmethoden Aufschluss über eine mögliche Rheumaerkrankung. Bei der Diagnose sollten die Fachärzte eng zusammen arbeiten, empfiehlt der Facharzt, damit Rheuma schnell erkannt werde.

So vielfältig wie die Ursachen des Rheumas sind auch die Möglichkeiten der Behandlung. Neben entzündungshemmenden, schmerzstillenden Medikamenten und Basismedikamenten, die das Rheuma komplett aufhalten können, sei die Bewegung der betroffenen Gelenke besonders wichtig, damit sie nicht versteifen. Dabei sei es erschreckend, wie schnell Rheuma ohne Behandlung fortschreite, warnte der Experte. Auch verkürze sich die Lebenserwartung der Patienten um etwa zehn Jahre, wenn das Rheuma nicht gestoppt werde.

Kälte lockert die Gelenke

Neben Gymnastik, Ergotherapie, verhaltenstherapeutischer Schmerztherapie, Bädern und Massagen kann auch der kurze Aufenthalt in einer Kältekammer bei minus 110 Grad helfen. Hierbei setzt sich der Patient ein- bis zweimal täglich in Badekleidung, geschützt an Ohren, Händen und Füßen, der trockenen Kälte für ein bis zwei Minuten aus. Die Kälte habe einen abschwellenden und schmerzlindernden Effekt auf die Gelenke. Die können dann mit speziellen Methoden trainiert werden. Außerdem schliefen die Patienten besser, berichtete Dr. Krohn-Grimberghe.

Auch eine fleischarme Ernährung mit viel Kaltwasserfisch wie Hering, Thunfisch und Makrele auf dem Speiseplan habe einen guten Einfluss auf die Erkrankung. Die Nahrung sollte reich an Vitamin E und C, Zink, Selen und ungesättigten Fettsäuren sein.

Dagegen lösen Schweine- und Rindfleisch, aber auch Mais- und Weizenprodukte einen Krankheitsschub aus. Ein einwöchiges Heilfasten bringe einen deutlich lindernden Effekt, der über Wochen anhält.

Wichtig sei vor allem das Zusammenwirken der Therapeuten der verschiedenen Fachrichtungen in Klinik und Praxis-Therapie mit dem Ziel, die Alltagsfähigkeiten des Patienten zu verbessern und zu erhalten, erklärte der Mediziner.

• Informationen: www.rheuma-liga.de

Quelle: HNA

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