Helmut-Lörscher-Trio spielte in Hospitalskapelle

Richard Wagner jazzig interpretiert

Jazz und Wagner: (von links) Matthias Daneck, Bernd Heitzler und Helmut Lörscher traten in der Hospitalskapelle auf. Foto:  Haaß

Treysa. Zu einem bemerkenswerten Konzert lud am Samstag die Musikinitative Hospitalkonzert in die Hospitalskapelle Treysa ein. Es spielten Helmut Lörscher am Piano, Bernd Heitzler (Bass) und Matthias Daneck (Drums). Jazz trifft Wagner, so lässt sich das Thema des Abends zusammenfassen. man das Thema des Abends am besten in einem Satz zusammenfassen.

König Fußball forderte seinen Tribut von der Musik und so blieben zum 25. Hospitalkonzert leider einige Plätze in der kleinen Kapelle umbesetzt, stellte Stefan Reitz bei seinen einleitenden Worten mit Bedauern fest.

„Wagner mag man oder man mag ihn nicht“, brachte es Helmut Lörscher auf den Punkt und arbeitete sich an mit beeindruckender Leichtigkeit und einem Quäntchen Humor ab. Gemeinsam mit seinen Musikerkollegen Bernd Heitzler und Matthias Daneck gelang es dem Musikprofessor auf beeindruckende Weise das emotionale und energetische Potenzial von Richard Wagner auszuloten und dabei den Reichtum von Leitmotiven und Harmonie seiner Werke gerecht zu werden.

Mit „Tristanesque“ präsentierte das Helmut Lörscher Trio eine ebenso tiefgründige wie unterhaltsame Reflexion der Musik Wagners aus Sicht des modernen Jazz. Das Musikprojekt des Badener umfasst mit Ausnahme von Parsifal nahezu das gesamte Opernschaffen des Komponisten –Wagner in 90 Minuten.

Sei es der auch dem „Nichtwagnerianer“ sicherlich bekannte „Steuermann, lass die Wacht!“ oder Elemente aus Wagner Lebenswerk „Der Ring der Nibelungen“. Selbst gestandenen „Wagnerianern“ eröffneten sich an diesem musikalischen Abend völlig neue Perspektiven auf den großen Leipziger Komponisten – lediglich der städtische Flügel schien zwischenzeitlich etwas überfordert.

Dabei kamen auch humorvolle parodistische Aspekte nicht zu kurz. Mit „Beck the Knife“ wurde die rechthaberische Selbstgewissheit von Wagners Meistersinger-Figur Beckmesser mithilfe süffisant gestreuter Kurt-Weill-Zitate im swingenden Stil eines Duke Ellington interpretiert. Man mag Wagner oder man mag ihn nicht – nach der Kombination mit Jazz fiel die Antwort für den einen oder anderen Zuhörer sicherlich nicht mehr so eindeutig aus.

Das Publikum bedankte sich bei dem Jazztrio nach der kurzweiligen Auseinandersetzung mit Wagners Musik mit herzlichem Applaus: Nach zwei Zugaben, natürlich mit den von Löscher bekannten Solo-Improvisationen auf Zuruf, ließ man zum Abschluss bei einem Gläschen Wein im Steinbau einen außergewöhnlichen musikalischen Abend Revue passieren.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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