Bewährung und Therapie für einen 31-Jährigen

Richter ließ noch mal Milde walten

Marburg/schwalmstadt. Noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen ist ein 31-jähriger berufsloser Mann aus Schwalmstadt. In seiner Berufungsverhandlung setzte das Marburger Landgericht die vom Amtsgericht Schwalmstadt im März vergangenen Jahres verhängte Gefängnisstrafe zur Bewährung aus.

Der in Kirgisien geborene Mann, der von staatlicher Unterstützung lebt, war bei einer Polizeikontrolle auf einem Parkplatz in Treysa mit Heroin erwischt worden. Die Beamten beobachteten, wie der 31-Jährige etwas aus seiner Socke geholt und aus der Beifahrertür geworfen hatte.

Bei der Nachsuche hatte sich herausgestellt, dass es sich um in kleinen Portionen abgepacktes Heroin gehandelt hatte. Bei seiner körperlichen Durchsuchung waren außerdem zwei Mobiltelefone und eine größere Menge Bargeld aufgefunden worden.

Für diese Tat war er, auch auf Grund seiner mehrfachen und einschlägigen Vorstrafen, vom Amtsgericht Schwalmstadt zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt worden. Ende Februar dieses Jahres kamen dreieinhalb Monate hinzu, weil er in einem Baumarkt beim Diebstahl erwischt worden war. Der Wert damals: 15,65 Euro.

Als er von einem Mitarbeiter gestellt worden war, hatte er diesen noch beleidigt. In zwei weiteren Fällen hatte der Mann in einem Fachgeschäft einen Fahrradcomputer und in einem Supermarkt Zigaretten gestohlen.

Die Strafen summierte das Berufungsgericht zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Ausschlaggebend für die Bewährung war für Richter Hans Werner Lange das Geständnis des Mannes sowie der Nachweis einer begonnenen Drogentherapie. „Das ist Ihre letzte Chance. Wenn sie aus Ihrer Therapie ausbüchsen, sind sie weg vom Fenster“, warnte Richter Lange den 31-jährigen. Da sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig. (zaw)

Quelle: HNA

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