745 Schüler der Gesamtschule Guxhagen nahmen am Freitag am großen Sponsorenlauf teil

Richtig austoben für den guten Zweck

Guxhagen. Sie wollen helfen – sie wollen Kindern im Südosten Brasiliens eine Pers-pektive geben. „Wir wollen für die Kinder spenden, die es nicht so gut haben wie wir“, sagten Lena und Justine aus der Klasse 7e.

Die 745 Schüler der Gesamtschule Guxhagen nahmen anlässlich des Projekts „Kinder helfen Kindern“ an einem Sponsorenlauf teil. Hierbei war nicht die Schnelligkeit gefragt – auf das Durchhaltevermögen kam es an. In drei Etappen starteten die Schulklassen auf zwei, jeweils einen Kilometer langen Rundstrecken. Sie hatten 30 Minuten Zeit, sich für den guten Zweck auszutoben. Doch nicht nur die Kinder, auch der eine oder andere Unternehmer sowie Schulleiter Thomas Wiegand zeigten sportlichen Ehrgeiz.

Die Runden wurden anhand von Stempeln anschließend im Klassenverband gezählt. Denn je weiter die zurückgelegte Strecke, umso höher die Spendensumme der Sponsoren. „Viele Firmen aus der Region und die Gemeinde Guxhagen haben sich an der Aktion beteiligt“, sagt Haidrun Imke, Lehrerin und Organisatorin des Laufs.

Erlös für Kinder in Not

Der Erlös des dritten Sponsorenlaufs kommt dem Heim für Straßenkinder „Casa de Apoio“ in Belo Horizonte im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais zugute. „Aber diesmal wollen wir uns auch für Kinder in Not in der nordhessischen Region engagieren“, erklärt Haidrun Imke. Die Summe wird erst in den nächsten Tagen feststehen. Imke hat das Projekt „Kinder helfen Kindern“ im Jahr 2003 mit einer Schulklasse ins Leben gerufen. Und sie ist stolz auf ihre Schule, auf ihre Kollegen und vor allem auf ihre Schüler: „Wir haben in den vergangenen Jahren bereits 50 000 Euro nach Brasilien gespendet.“ Beim ersten Sponsorenlauf 2003 seien 21 000 Euro zusammengekommen.

Bei kleineren Aktionen während des Schuljahres und Weihnachtsbasaren kämen immer wieder kleinere Geldbeträge zusammen. „Inzwischen ist aus unserer Hilfsaktion eine richtige Patenschaft mit dem „Casa de Apoio“ entstanden“, sagt Imke. „Wir wollen die Kinder dort von der Straße holen und ihnen eine Ausbildung und somit ein selbstbestimmtes, schöneres Leben ermöglichen.

„Wir bewegen uns, um etwas zu bewegen.“

Und Haidrun Imke weiß, wovon sie spricht: Sie ist damals persönlich nach Belo Horizonte geflogen und hat sechs Wochen in dem Kinderheim mitgearbeitet. Die Lehrerin erinnert sich und ist berührt: „Was ich dort erlebt und gesehen habe, das war schon heftig!“ Ihre Erlebnisse hat sie in einem Film festgehalten. Den zeigt sie den Schülern auch ganz bewusst, damit sie sehen, für was sie sich einsetzen. „Das ist für mich Pädagogik – dass sich die Schüler mit ihrer Schule identifizieren.“ Es gehe nicht nur darum, zu helfen – die Schüler entdeckten die Freude am Sport. Sie lernten, sich für andere einzusetzen. „Gemeinsam haben sie Tolles erreicht. Das stärkt auch ihr Selbstbewusstsein“, stellt Imke fest. Sie bringt es auf den Punkt und lacht: „Wir bewegen uns, um etwas zu bewegen.“

Und auch Annik, Laura, Nina und Jana aus der Klasse 9b helfen gerne: „Wir strengen uns alle an. Natürlich versuchen wir, die halbe Stunde durchzulaufen.“

Nelsi Santoz, Heimleiterin des „Casa de Apoio“, erlebte das Engagement der Gesamtschüler hautnah mit. Sie ist für einige Tage zu Gast in Deutschland. „Wir sind sehr dankbar. Die deutsch-brasilianische Freundschaft ist uns sehr wichtig.“

Quelle: HNA

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