Richtig sprechen mit Ronja

Sprechen mit Puppe Ronja: Logopädin Kathrin Holzhausen bezieht gern auch die Handpuppe in ihre Arbeit ein. Kinder sprechen gern mit ihr. Foto: Schäfer-Marg

Spangenberg. Seit Sommer dieses Jahres wird die evangelischen Kindertagesstätte am Schloßberg in Spangenberg über das Förderprogramm des Bundesfamilienministeriums Sprache und Integration unterstützt und erhält 90.000 Euro, verteilt auf drei Jahre, um Kindern mit sprachlichen Defiziten besonders zu helfen.

Logopädin Kathrin Holzhausen kümmert sich seit Juli knapp 20 Stunden wöchentlich um die Jungen und Mädchen, die sprachlich noch Defizite haben. „Nicht alle Kinder, die zu uns kommen, können ihrem Alter entsprechend sprechen“, sagt Kita-Leiterin Gabriela Wehner.

Ein geringer Wortschatz und falsche Grammatik gehörten zu den größten Mängeln. Woher kommt das? Die Gründe sind vielschichtig. Die Erzieherin sieht unter anderem in steigenden Medienkonsum und fehlender Zeit von Eltern Ursachen. Es werde häufig zu Hause nicht mehr viel gesprochen.

Die Kita am Schloßberg hat mit 20 Prozent zudem einen relativ großen Anteil an Kindern mit ausländischen Wurzeln. Auch das sei ein Grund für sprachliche Defizite.

Kathrin Holzhausen arbeitet in Kleingruppen mit den betroffenen Kindern. Spielerisch und mit vielen Liedern geschieht das. Die Kinder selbst bestimmen die Themen, über die sie reden wollen. Der Jahreszeit entsprechend geht es jetzt natürlich um Nikolaus, Wunschzettel oder Weihnachten. Die 23-jährige Logopädin aus Konnefeld korrigiert eher beiläufig - die Freude an Sprache und Erzählen soll bei Kindern geweckt und erhalten bleiben.

Kathrin Holzhausen beobachtet aber auch Kinder in den großen Gruppen und arbeitet dabei eng mit den Erzieherinnen zusammen. Die bilden sich im Zuge des Förderprogrammes zudem intensiv weiter. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern sei eng, berichtet die Logopädin. Alle reagierten positiv auf das Angebot. „Die Förderung der Sprache liegt uns besonders am Herzen“, sagt Pfarrer Dr. Volker Mantey. Die evangelische Kirche sei weniger Kirche der Zeremonien, sondern der Sprache. Deshalb stehe auch der Umgang mit Sprache im Zentrum der Arbeit. (sis)

Quelle: HNA

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