Blut auf jeden Fall testen lassen

Rinderherpes: Noch keine Fälle im Kreis Kassel bekannt

+
Bei Rindern in den Nachbarkreisen wurde Rinderherpes festgestellt.

Wolfhager Land. In den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Hersfeld-Rotenburg wurde in der vergangenen Woche das sogenannte „Bovine Herspesvirus 1“ bei Rindern festgestellt.

Der Landkreis Kassel ist bisher nicht von den Ausbrüchen betroffen. Zum jetzigen Zeitpunkt wirke sich das Geschehen auch nicht auf den bevorstehenden Viehauftrieb während des Viehmarkts im Juli in Wolfhagen aus. Dennoch fordert der Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Kassel seine Rinderhalter dazu auf, die vorgeschriebenen Kontrolluntersuchungen (Blut- und Milchproben gemäß BHV 1-Verordnung) weiterhin penibel durchführen zu lassen.

„Dies ist ein wichtiges Kontrollinstrument zur Früherkennung einer Infektion“, sagte Dr. Sabine Kneißl auf Nachfrage der HNA. „Deutschland ist seit Juni 2017 als frei von der Erkrankung anerkannt. In letzter Zeit kam es jedoch immer wieder zu BHV1- Ausbrüchen. In solchen Fällen muss der Betrieb gesperrt und die Schlachtung von vielen Tieren angeordnet werden“, erkärte Kneißl. Die Gefahr der Neueinschleppung sei besonders groß, da das Bewusstsein, „frei von der Erkrankung zu sein“, dazu verleite, erforderliche Schutzmaßnahmen zu vernachlässigen.

Durch Kontakt mit kranken Tieren oder deren Ausscheidungen können sich gesunde Tiere anstecken. Weiterhin kann eine Übertragung auch durch kontaminierte Gebrauchsgegenstände wie Fahrzeuge, Geräte oder Verpackungsmaterial geschehen. Der Mensch kann über kontaminierte Schuhe den Erreger verschleppen. Ist ein Tier erst einmal infiziert, wird es sein Leben lang Virusträger bleiben. Laut Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, sind Infektionen des Menschen mit dem Virus nicht bekannt. Das Virus ist somit für den Menschen ungefährlich. 

Hintergrund: Prävention zur Infektionsabwehr

Dr. Sabine Kneißl, Leiterin des Fachbereichs Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Kassel, empfiehlt im Hinblick auf die Früherkennung einer Rinderherpesinfektion: Rinderhalter dürfen nur Tiere aus anerkannt freien Beständen zukaufen. In allen Rinderhaltungen ist dazu vor allem der Tierverkehr sowie der Personen- und Fahrzeugverkehr zu betrachten. Der Früherkennung von Infektionen und Seuchen dient ein gutes Tiergesundheitsmanagement. Selbiges wirkt auch vorbeugend, indem eine hochstehende Herdengesundheit eine optimierte Infektionsabwehr der Tiere begründet, die Außenkontakte der Herde (zum Beispiel zu Dienstleistern, Händlern und Zukaufstieren) minimiert und so die Neuinfektionsrisiken effektiv senkt.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.