300 Ringe: Horst Jäger vom Schützenverein Leimsfeld gelang seltenes Bravourstück

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Mit ruhiger Hand: Horst Jäger auf dem Schießstand. Seit 50 Jahren ist der 71-Jährige aktiv im Leimsfelder Schützenverein.

Leimsfeld. Was für den Golfer das „Hole in one" ist, also das erfolgreiche Spielen einer Bahn mit einem Schlag, ist für den Sportschützen das Erreichen von dreihundert Ringen mit dreißig Schuss unter Wettkampfbedingungen. Gelungen ist dieses seltene Bravourstück Horst Jäger.

Jäger vom Schützenverein Leimsfeld schaffte dies bei den Kreismeisterschaften im Schützengau 3 Schwalm-Eder in Homberg. Bei den Kreismeisterschaften ging er in diesem Monat in der noch jungen Disziplin „Sportgewehr 100 Meter Auflage mit Zielfernrohr“ an den Start.

Dabei lege der stehende Schütze sein Sportgerät auf einer Auflage auf und versuche möglichst präzise die Zielscheibe zu treffen, erklärt Jäger das Reglement. Im Gegensatz zu anderen Disziplinen erleichtert hierbei die Nutzung eines Zielfernrohrs dem Sportschützen die Zielauffassung und verbessert die Präzision.

Seit 1964 ist das Gründungsmitglied des Leimsfelder Schützenvereins aktiver und begeisterter Sportschütze, 2009 wurde er in seiner Disziplin Hessischer Vizemeister auf der 50-Meter-Bahn. Dreihundert Ringe im Wettkampf waren ihm allerdings bislang noch nicht vergönnt gewesen.

„Ich musste 50 Jahre üben und 71 Jahre alt werden, um endlich mal das Traumergebnis 300 von 300 Ringen bei einer Meisterschaft zu erreichen“, freut sich der rüstige Sportschütze über seinen Erfolg.

Horst Jäger schaffte es auf der Schießbahn in Homberg, mithilfe seines Walther KK 300 Sportgewehrs, dreißig Mal die Kugel vom Kaliber 5,6 Millimeter auf die nur fünf Zentimeter große Zehn im Zentrum der Schießscheibe zu platzieren. „Der Durchmesser der Zehn ist vergleichbar mit der schwarzen Klappe beim Biathlon für die liegend schießenden Skilangläufer,“ veranschaulicht der zweite Vorsitzende der Leimsfelder Sportschützen die Dimensionen der auf hundert Meter Entfernung geradezu winzigen Zielscheibe.

Höchste Konzentration ist bei jedem Schuss notwendig, damit der Treffer auch im Zehnerring sitzt, schon eine kleine Unachtsamkeit reicht, um das Sportgewehr zu verreisen. Nur wenige Millimeter nach links oder rechts und aus den angestrebten 300 Ringen werden nur noch 280.

„Als ich noch beruflich aktiv war, habe ich autogenes Training als Hilfsmittel zum Stressabbau für mich entdeckt und das hilft mir jetzt auch beim Schießen“, erklärt der ehemalige Volkswagenmitarbeiter auf dem Schießstand im Schützenwald in Ziegenhain sein ruhiges Händchen mit dem Gewehr.

„Der Schießsport hält mich körperlich und geistig fit“, sagt Jäger während er sein Sportgerät für eine weitere Trainingsrunde fertigmacht. Der erfolgreiche Sportschütze ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus: Wie in jeder Sportart ist auch beim Schießen nur stetiges Training Garant für den Erfolg und natürlich mit etwas Glück auch Schlüssel für die nächsten dreihundert Ringe, ist er sich sicher.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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