Gemeinde dringt bei Hessen Mobil auf schnelle Abhilfe 

Rinne als tödliche Falle: Frösche verenden qualvoll

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Falle für Kleinlebewesen: Die Betonrinne an der Straße zwischen Bad Zwesten und Niederurff ist für Frösche und andere Kleinlebewesen nicht zu überwinden. Naturschützer Udo Sakowski weist auf den Missstand hin und versucht, zumindestens einige der Tiere zu retten.

Bad Zwesten. Eine Betonrinne entlang der Straße zwischen Bad Zwesten und Niederurff wird zur tödlichen Falle für Kleintiere. Darauf hat Udo Sakowski hingewiesen, der die Situation beobachtet.

Frösche, Kröten, Junghasen und Igel hätten mit der Rinne ein gewaltiges Problem. Beim Versuch, die Straße von einem Biotop in Richtung Feld und umgekehrt zu überqueren, fallen sie in den mehrere hunder Meter langen Betongraben und kommen nicht wieder heraus. Damit seien die Tiere ein gefundenes Fressen für Krähen, Elstern und Waschären. Oder sie vertrockneten in der sengenden Sonne, so Sakowski. Die Betonrinne dient dem Schutz des Heilquellengebietes. Sie war im Jahr 2013 gebaut worden.

Die Situation hält auch Bad Zwestens Bürgermeister Michael Köhler für völlig unzumutbar. „Das ist ein Bild des Grauens. Ich bin entsetzt, dass noch immer nichts passiert ist“, sagte er am Freitag gegenüber der HNA.

Gitter wurde abgelehnt

Es habe bereits im Frühjahr Gespräche mit Hessen Mobil gegeben. Der Vorschlag, ein Gitter auf die Rinne zu montieren, sei aus Kostengründen abgelehnt worden. Stattdessen seien Aufstiegshilfen in die Rinne gesetzt worden, die aber offenbar nicht funktionierten.

Am Mittwoch sei die Behörde noch einmal aufgefordert worden, umgehend eine Lösung zu finden. Für kommende Woche habe man einen Ortstermin in Aussicht gestellt, sagte Köhler. Dabei hätte schon längst Abhilfe geschaffen werden müssen, ärgert sich der Bürgermeister. Köhler: „Bei einem Bauwerk, das fast zwei Millionen Euro gekostet hat, müsste man davon ausgehen, dass auch der Tierschutz entsprechend berücksichtigt ist.“

Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil, kündigte an, es werde in der kommenden Woche kurzfristig einen Termin mit den Fachbehörden geben.

Gegen die Abdeckung der Rinne habe man sich nicht aus Kostengründen entschieden, sondern weil Probleme beim Winterdienst befürchtet worden waren und man das Risiko von Metalldiebstahl gesehen habe. Nun müsse erneut überlegt werden, wie das Problem gelöst werden könne. Wichtig sei natürlich auch, dass das Wasser gut ablaufen könne. Dafür sei die Rinne ja schließlich gebaut worden.

Udo Sakowski versucht derweil, den kleinen Amphibien dennoch zu helfen. Er hat einen kleinen Bereich mit einem Gitter abgedeckt und sammelt die Tiere mehrmals täglich ein. (hro/zzp)

Quelle: HNA

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