Melsunger Schüler erarbeiteten mit Polizei Tipps für den Umgang mit Sozialen Netzwerken

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Markus Brettschneider

Melsungen. Soziale Netzwerke im Internet bringen viele Vorteile mit sich, aber auch Gefahren. Und die Risiken sind den meist jugendlichen Nutzern selten bewusst. Das ist das Ergebnis eines Projektes der Schüler der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen.

Die Fachoberschulklasse 11AT2, Fachrichtung Technik, hat zusammen mit der Polizei das Thema „Deine Visitenkarte im Netz“ aufgearbeitet. Sie beteiligt sich damit an einem Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung. „Das ist eine Thema, das die Schüler stark angeht, weil sie sich im Netz viel bewegen“, sagt Schulleiter Hans Bernd Richter.

Jugendliche auf Facebook: Melsunger Schüler haben den Umgang mit Sozialen Netzwerken untersucht.

Zusammen mit Hauptkommissar Markus Brettschneider, Pressesprecher und Jugendkoordinator der Polizei Homberg, haben die 17 Jugendlichen Tipps zum Verhalten im Netz erarbeitet und einen Informationsabend mit Eltern veranstaltet.

Die Ergebnisse:

• Es zeige sich, dass die Grundeinstellungen der Netze wie Facebook auf größtmögliche Offenheit hin ausgelegt wurden und dass der Schutz der Privatsphäre die Sache jedes einzelnen Nutzers ist. Ohne Korrektur stehen alle eingegebenen Informationen allen Nutzern zur Verfügung – man muss aktiv werden, um Einschränkungen vorzunehmen.

• Dass dies so ist, sei den meisten Nutzern aber nicht bewusst. So gäben viele Jugendliche sehr private Informationen über sich preis – eine Tatsache, die sie selbst in Schwierigkeiten bringen und die andere zu Straftaten herausfordern kann. Eigene Daten zu schützen, setze Kenntnisse und Fähigkeiten voraus, die bei vielen jugendlichen Nutzern dieser Netze so nicht vorhanden seien. Eltern forderten daher die Schule auf, diese Inhalte in den Unterricht aufzunehmen.

• Eine Befragung von 70 Eltern habe ergeben, dass zehn Prozent bereits in ihren Familien Erfahrung mit Cybermobbing gemacht haben. „Das hätte ich nicht so erwartet“, sagt Richter. Für 43 Prozent überwogen die Vorteile der Sozialen Netzwerke, nur 30 Prozent beurteilten die Entwicklungen als gut. Nur zehn Prozent der Befragten beurteilten die Datensicherheit mit „Gut“.

Laut Schulleiter Richter zeigen das Projekt und der Informationsabend Wirkung: Einige Schüler hätten ihre Zugänge und persönlichen Daten in Sozialen Netzwerken jetzt sicherer gemacht, nachdem sie die Wichtigkeit erkannt hatten. Man habe verabredet, darüber nachzudenken, wie dieses Thema in den Schulunterricht eingebunden werden kann. (gör)

Quelle: HNA

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