Das Dorf Langel lag zwischen Wolfhagen und dem Schützeberg, erhalten ist nur ein Hof

Ort der Ritter von Lanchele

Vor den Toren der Stadt: Getreide wächst derzeit auf dem Areal, wo sich einst das Dorf Langel befand. Erhalten blieb einzig eine Mühle, deren Wirtschaftsgebäude links zu sehen sind. Im Hintergrund der Kirchturm der Wolfhager Stadtkirche St. Anna. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Kurz hinter dem Abzweig der Schützeberger Straße in Richtung Elmarshausen liegt die zweite Station des Eco-Pfades Kulturgeschichte Wolfhagen. Direkt an der Straße weist eine Tafel auf die Wüstung Langel hin. Getreide reift auf der Fläche, auf der sich einst das Dorf befand. Zu Langel gehörte eine Mühle, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite als Wirtschaftshof bis heute besteht.

Langel wurde urkundlich erstmals im Jahr 1015 erwähnt, zuletzt 1554 als Langeln. Die Erwähnungen beziehen sich auf Ländereien bei Langel, die verpachtet, verkauft oder verschenkt wurden.

Bis 1268 war der Ort Stammsitz der Ritter von Lanchele. In jenem Jahr verkaufte Volkmar, der vier Söhne hatte, sein Eigentum. Ein Thilo von Langel wird 1301 als Schöffe in Wolfhagen genannt, ein Mann gleichen Namens noch einmal 1348. Johannes de Langel wurde 1321 Bürgermeister von Wolfhagen. Thilo und Johannes stammen vermutlich vom Rittergeschlecht von Lanchele ab.

Die Ursache für den Untergang Langels ist nicht bekannt. Hauptgrund für das Ende vieler Dörfer war die Ausbreitung der Pest. Zwischen 1347 und 1353 fielen in Europa 25 Millionen Menschen der Seuche zum Opfer, ganze Landstriche wurden entvölkert. Hungersnöte spielten eine Rolle, ebenso das Abwandern der Dorfbewohner in die aufstrebenden Städte. (nom)

Quelle: HNA

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