Ein rockiges Familientreffen: 400 Besucher kamen zum Nikorock 

Melsungen. Musik für einen guten Zweck gab es am Freitag im Melsunger Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum.

400 Besucher aus dem ganzen Schwalm-Eder-Kreis feierten beim Benefizkonzert Nikorock. Eingeladen hatte die evangelische Jugend der Kirchkreise Melsungen und Fritzlar-Homberg.

Die eigentlichen Helden waren jedoch die rund 40 freiwilligen Helfer, die sich ehrenamtlich engagieren, um die Organisatoren Tobias Schopf und Kirsten Falinski, die für die Jugendarbeit in den Kirchenkreisen zuständig sind, zu unterstützen.

Auf die Frage, warum die Jugendlichen sich neben dem Schulalltag engagieren, antwortete die 18-jährige Anne-Christin aus Borken, es sei ein gutes Gefühl, zu helfen.

Weil ehemalige Helfer als Besucher kommen und die heutigen Besucher die Helfer von morgen seien, werde aus der Party eine Art jährliches Familientreffen, sagte Andreas Brunßen, Jugendarbeiter in Spangenberg.

Viele halfen mit

Die 16-jährige Sinje aus Spangenberg war das zweite Jahr dabei. Das besondere am Nikorock sei, dass hier viele verschiedene Menschen aufeinander träfen. Lucienne, ebenfalls 16, die gerade ihre Ausbildung zur Sozialassistentin absolviert und bei Tobias Schopf ein Praktikum macht, schätzt die vielen Spenden. So stellen zum Beispiel die Melsunger Schulen die Technik zur Verfügung und die Bands spielen ohne Gage. Aber auch die Preise für die Tombola werden von Privatpersonen gespendet. So kann der komplette Erlös des Konzertes an Brot für die Welt gespendet werden.

Jana, 17, und Anna, 18, schätzen an der Party, dass sie neue Leute kennen lernen und die Vielfalt der Bands. Während zum Beispiel auf der oberen Bühne „No Excuse“ rockten, sang Singer-Songwriter Daniel Boll aus Kassel seine nachdenklichen Lieder begleitet mit der Akustik-Gitarre auf der unteren Bühne.

Rockten die Bühne: Die Band No Excuse war eine der zahlreichen Bands, die ohne Gage für den guten Zweck auftraten. Daniel Boll (kleines Bild) ließ es in seinen nachdenklichen Liedern ruhiger angehen. Fotos: Heyner

Die 19-jährige Vanessa ist schon ein alter Hase, sie arbeitet bereits seit neun Jahren ehrenamtlich bei der evangelischen Jugend mit und findet den Nikorock einen guten Ausgleich zur besinnlichen Adventszeit.

Stammgast Armin aus Spangenberg findet es gut, dass man beim Nikorock die seltene Möglichkeit hat, Kultur im ländlichen Raum zu erleben. Den Nachwuchsbands werde die Chance gegeben, sich zu präsentieren.

Das weiß auch Christian Lüdtke von der Band „Noradrenalin“ aus Spangenberg zu schätzen, die zum ersten Mal mit dabei war. In den vergangenen beiden Jahren war er als Besucher beim Nikorock und ihn begeisterte es, auch erfahrene Bands auf Augenhöhe und ohne Absperrung erleben zu können.

Doch es gab nicht nur Musik: Leticia Wahl, die es mit ihren Texten bis ins hessische Finale der Poetry-Slam-Meisterschaften geschafft hat, widmete ihren Text „Farben“ den Workaholics unter den Besuchern. Sie forderte ihre Zuhörer auf: „Wir müssten doch nur lernen, zu verlernen, wie wir gelernt haben zu sein.“

Von Kirsten Heyner

Quelle: HNA

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