Aus drei Gemeinden gab es Absagen für den Medibus

Rollende Arztpraxis hält nicht im Schwalm-Eder-Kreis

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Schwalm-Eder. Ursprünglich war geplant, dass der Bus auch im Schwalm-Eder-Kreis, beispielsweise in Morschen, Spangenberg und Knüllwald hält. Aus allen drei Orte gab es jedoch eine Absage.

Um den Ärztemangel auf dem Land zu beheben und die niedergelassenen Ärzte zu entlasten, startet die Kassenärztliche Vereinigung (KV) ein Pilotprojekt. Ab dem 1. Juli fährt der Medibus, eine mobile Hausarztpraxis durch Nordhessen. Ursprünglich war geplant, dass der Bus auch im Schwalm-Eder-Kreis, beispielsweise in Morschen, Spangenberg und Knüllwald hält. Aus allen drei Orte gab es jedoch eine Absage.

„Es gibt derzeit keine Planungen, den Medibus im Schwalm-Eder-Kreis fahren zu lassen“, erklärt die Kassenärztliche Vereinigung. Mit den Ärzten aus Spangenberg und Morschen sei besprochen worden, dass der Einsatz des Medibusses derzeit nicht notwendig ist. Auch in Knüllwald wird der Bus nicht halten. „Sowohl die Ärzte als auch die politisch Verantwortlichen haben sich gegen den Medibus entschieden“, heißt es von der KV weiter.

„Die Idee ist nicht ausgegoren. Das Konzept kann nicht funktionieren“, begründete etwa Knüllwalds Bürgermeister Jürgen Roth die Absage an die Kassenärztliche Vereinigung. Es habe viele Fragen gegeben, welche die KV nicht habe beantworten können. Dazu zählten unter anderem der Umgang mit ansteckenden Krankheiten, Hygieneregeln und Wartemöglichkeiten.

Zudem helfe der Medibus bei der ärztlichen Versorgung nicht weiter. „Es ist keine Lösung, wenn der Bus einmal in der Woche irgendwo steht. Das bringt nichts“, sagt Roth. Nach Angaben der KV war den Knüllwaldern das Projekt Medibus „zu klein“. „In Knüllwald wird politisch das Ziel verfolgt, ein großes Medizinisches Versorgungszentrum aufzubauen“, teilt die Vereinigung mit. Bürgermeister Jürgen Roth bestätigte, dass in Knüllwald nach Lösungen gesucht werde, wie die ärztliche Versorgung künftig sichergestellt werden kann. „Wir machen uns Gedanken. Konkrete Pläne gibt es noch keine.“

Ausgestattet wie eine Arztpraxis

Der Medibus wird ab 1. Juli regelmäßig in sechs Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg halten. Im Medibus können Kinder, Jugendliche, Erwachsene und auch Hochbetagte versorgt werden. Der Medibus ist wie eine hausärztliche Praxis mit einem EKG und einem kleinen Labor ausgestattet. Eine fachärztliche Behandlung findet im Medibus nicht statt. Es gibt feste Haltezeiten, zu denen die Patienten eine offene Sprechstunde besuchen können. Zum Arzt im Medibus kann man mit allen Problemen kommen, mit denen man auch zu seinem Hausarzt geht, betont die Kassenärztliche Vereinigung. Das reicht von der Erkältung bis zum heftigen Mückenstich. In Notfällen muss natürlich weiter der Notarzt gerufen werden.

Quelle: HNA

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