In der Kunsthalle ist eine Ausstellung mit den Werken zweier Künstler zu sehen

Romantiker trifft Realistin

Szenen aus dem Alltag: Kati Werkmeister zeigt ein Werk der Künstlerin Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce. Daneben ist das Pendant von Ludwig Emil Grimm zu sehen. Foto: Knauff

Willingshausen. In den Mittelpunkt ihrer Malerei stellt Ingrid Sonntag-Ramirez Ponce den Mensch. Die Künstlerin aus Jossgrund im Main-Kinzig-Kreis, die sich den Künstlernamen Ink gegeben hat, stellt seit dieser Woche in der Kunsthalle Willingshausen aus.

Der Titel der Ausstellung „Ink trifft Ludwig Emil Grimm“ ist Programm. Die Künstlerin hat sich Werke Grimms zum Vorbild genommen und sie in ihrem eigenen Stil interpretiert. In der Kunsthalle sind die Bilder immer paarweise angeordnet. Man sieht Vorbild und Interpretation direkt nebeneinander. Möglich wurde dies durch Leihgaben von Museen aus Hanau und Steinau und durch Privatsammler. Diese stellten die originalen Werke Grimms zur Verfügung.

Der Ausstellungsort Willingshausen ist nicht zufällig gewählt. Ludwig Emil Grimm war in den 1820er-Jahren zu Gast in der Willingshäuser Malerkolonie. In dieser Zeit hat er viele Zeichnungen von den Menschen aus Willingshausen und der Umgebung angefertigt. Zu sehen sind oft Alltagsszenen und Persönlichkeiten. Obwohl Grimm im Zeitalter der Romantik arbeitete, idealisierte er nicht. Die Menschen wurden so gezeigt, wie sie wirklich waren, mit ihren Fehlern und Schwächen. Das Leben auf dem Land wurde nicht idealisiert, sondern realistisch abgebildet.

In dieser Arbeitsweise Ludwig Emil Grimms fand sich auch die Künstlerin wieder. Die Idee zu der Ausstellung kam ihr bei einer Grimm Ausstellung. Auch in ihren Werken geht es darum Menschen abzubilden. Ihr Charakter soll durch das Bild greifbar werden. „Viele Besucher sagen und schreiben, dass man sich den Menschen hinter dem Bild förmlich vorstellen kann“, sagte die Kunstwissenschaftlerin und Leiterin der Kunsthalle Willingshausen Kati Werkmeister. Dabei ist es so, dass die Künstlerin ihre Modelle meistens nicht näher kennenlernt. Oft malt sie nur mit einem Foto als Vorlage. Von diesem erstellt sie eine kleinere Vorzeichnung, die dann gerastert und in ein größeres Format übertragen wird. Durch diese Arbeitstechnik kommt die beeindruckende Detailtreue zustande.

• Ausstellung: bis 28. Oktober, dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Künstlergegespräch: Donnerstag, 20. September ab 18 Uhr

Von Kristian Knauff

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare