Das Leipziger Blechbläserquintett Embrassment trat im Bad Zwestener Kurhaus an

Romantisch und spektakulär

Spektakuläre Klänge: Das Blechbläserquintett Embrassment trat in Bad Zwesten auf. Es spielten Michael Dallmann und Christian Scholz (Trompete), Thomas Zühlke (Horn), Nikolai Kähler (Tuba) und Lars Proxa (Posaune). Foto:  Auerbach

Bad Zwesten. Strahlende Blechbläserklänge erfreuten das Publikum am Samstagabend im Kurhaus Bad Zwesten. Das Leipziger Quintett Embrassment verband barocke und romantische Festlichkeit mit spektakulären, modernen Klangbildern.

Damit kredenzte das Ensemble ein adventliches Konzert zwischen zwei Stimmungswelten. Weihnachtsgeschichten aus Werken barocker und romantischer Komponisten erklangen in der ersten Konzerthälfte.

Monteverdi ausdrucksstark

Bei Konzertbeginn ertönte die Posaune am Anfang des „Deus in Adjutorium“ außerhalb der Bühne. Horn, Tuba und Trompeten nahmen die Aufforderung an. Ausdrucksstark erklang das sakrale Stück aus Claudio Monteverdis Marienvesper (1610).

Feierliche Chöre und leuchtende Arien kennzeichnen Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium (1734). In der Bass-Arie übernahm das Horn die Solistenrolle. Während Posaune und Tuba das harmonische Gerüst bildeten, korrespondierten die Trompeten strahlend und schwungvoll mit den Solo-Melodien. Ein wunderschönes fünfstimmiges Chorstück gelang dem Ensemble mit Johann Eccards Motett „Übers Gebirg Maria geht“. Auch in Händels „Uns ist zum Heil ein Kind geboren“ gestalteten die Musiker das Gotteslob mitreißend.

Zunächst schien es, als hätte das Quintett mit Engelbert Humperdincks „Abendsegen“ einen romantisch-lyrischen Übergang zur Pause gewählt. Doch die Bläser meisterten zauberhafte Übergänge, die zu kunstvollen Tonlagenwechseln führten. Mit Fanfaren ähnlichen Passagen in Jacob de Haans „Fantasy über Kommet ihr Hirten“ begann die zweite Hälfte. Diese war mehr von weltliche Kompositionen und modernen Arrangements bestimmt.

Auf Märsche und Tänze aus Tschaikowskys Nussknacker-Suite folgte „Ich steh’ an deiner Krippen hier“. Doch die Wiederholungen klangen nur noch entfernt nach Bach. Hornistin Juliane Grepling hatte den Choral zu einem brasilianischen Samba umgestaltet.

Zum Ende wurde Luther Hendersons „The Saints Hallelujah“ gespielt. In klangprächtigem Spiel verschmolzen die Gospelmelodie „The Saints“ mit dem barocken Hallelujah aus Händels Messias. Es war ein Konzert der Höhepunkte: vielfältige Musik voller Transparenz und zugleich prachtvolle Dynamik.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare