Herde muss in eine Notunterkunft 

Zaun von Kuhweide bei Roppershain sabotiert: Mutterkuh starb bei Unfall 

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Hat seine Mutter durch einen Unfall verloren: Highland-Kälbchen Molly. Ein Unbekannter hatte den Weidezaun durchgeschnitten. 

Nachdem ein Unbekannter den Zaun einer Kuhweide bei Roppershain durchgeschnitten hatte, kam es zu einem Unfall. Die Landwirtsfamilie habe schon länger mit Anfeindungen zu kämpfen. 

Molly hat keine Mutter mehr. Zwei Tage hat das Highland-Kettle-Kalb nach Mama Emmi gebrüllt, sagt Landwirt Robert Wilks aus Roppershain. „Von unserer Tochter wollte Molly betüdelt werden.“ Auf Muttermilch muss das acht Monate alte Kalb künftig verzichten.

Die sieben Rinder umfassende Herde hatte am Freitagmorgen die Landstraße zwischen Lembach und Verna unsicher gemacht. Zuvor hatte ein Unbekannter den Elektro-Zaun der Kuhweide auf einer Länge von acht Metern durchgeschnitten.

Kuh überlebte Kollision mit Kleintransporter nicht

Die rund 400 Kilogramm schwere Mutterkuh Emmi kollidierte mit einem Kleintransporter – sie überlebte den Zusammenstoß nicht. „Zum Glück ist dem Fahrer nichts passiert“, sagt Robert Wilks. „Das hätte auch schlimmer ausgehen können.“ Der Unbekannte habe leichtfertig das Leben von Menschen aufs Spiel gesetzt.

Als Kuh Emmi mit dem Kleintransporter zusammenstieß, konnte Robert Wilks nur tatenlos zusehen. „Wir waren gerade dabei die Rinder einzufangen und die Feuerwehr Roppershain um Hilfe zu bitten, als der Unfall passierte“, sagt seine Frau Anke Wilks.

Der Schaden am Fahrzeug sei versichert, die Kuh nicht. Der Schlachtpreis des Rinds habe bei rund 2500 Euro gelegen. Als Mutterkuh sei die sechsjährige Emmi noch mehr wert gewesen. „Wir werden Anzeige wegen Sachbeschädigung am Zaun erstatten“, sagt die 39-Jährige. Mehr könne sie nicht machen. Die Polizei werde die Ermittlungen aufnehmen, so Polizeisprecher Volker Schulz.

Notunterkunft für die Herde auf dem Hof 

Derzeit hat Familie Wilks die nun nur noch sechsköpfige Herde auf ihrem Hof „notuntergestellt“. Bald sollen die Rinder aber wieder mehr Auslauf auf einer Wiese bekommen. Seit Mai sind die robusten, pflegeleichten Tiere bei den Wilks. „Es sind nicht unsere, sie sind nur bei uns in Pension“, sagt der 38-jährige Landwirt. Dadurch seien er und seine Frau nicht direkt geschädigt.

Trotzdem sind das Ehepaar und Tochter Maria von dem Vorfall betroffen, denn sie haben die Rinder inzwischen in ihr Herz geschlossen. „Mit ihren Hörnern sehen sie zwar gefährlich aus, sind aber total friedlich und entspannt“, sagt Anke Wilks.

Landwirt Robert Wilks mit Kälbchen Molly.

Schon seit Robert Wilks 2015 den Landwirtschaftsbetrieb von seinem Vater übernommen hat, habe die Familie mit Anfeindungen zu kämpfen. „Nägel wurden in unsere Einfahrt gestreut, aus Reifen die Luft abgelassen und Wände beschmiert“, sagt Anke Wilks. „Jemand hat ein Problem mit uns“, glauben die Wilks. Vor allem für ihre neunjährige Tochter sei die Situation belastend.

Die Geschehnisse am Freitag machte die 39-Jährige auf der Internetplattform Facebook öffentlich. „Ich hatte Hoffnung, dass jemand was gesehen haben könnte.“

Quelle: HNA

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