Rote Nase und offenes Herz

Bettina Fröhlich-Burkamp aus Dörnberg ist staatlich anerkannte Clownin

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Macht ihrem Namen alle Ehre: Bettina Fröhlich-Burkamp arbeitet seit drei Jahren als Clownin.

Dörnberg. Es waren nur wenigen Worte auf einem simplen Flyer, die Bettina Fröhlich-Burkamp irgendwann vor 15 Jahren auf die Spur der humorigen Wesen mit der roten Nase geführt haben: „Finde deinen eigenen Clown“.

 Dabei hat sie eigentlich nie einen besonderen Bezug zu Clowns gehabt, sie waren ihr sogar immer ziemlich egal gewesen.   Bis heute weiß sie nicht warum, doch noch am gleichen Tag hat sie sich zum angepriesenen Wochenendseminar angemeldet. „Der Clown hat mich regelrecht abgeholt“, erzählt die gelernte Erzieherin, die fortan fasziniert war von den Möglichkeiten, die ihr ein Leben als Clownin boten. 

 „Besonders begeistert hat mich die Tatsache, dass es nicht darum ging, witzig zu sein“, sagt sie lachend. „Es ging vielmehr darum, echt zu sein und darin Komik zu entwickeln.“

Zahlreiche Fortbildungen folgten, bis sie sich schließlich komplett für die Clownerie entschied. Die zwei Kinder mittlerweile aus dem Gröbsten heraus, wollte sie es nun richtig wissen. Dreieinhalb Jahre Ausbildung am TuT, einer Schule für Tanz, Clown und Theater in Hannover folgten, wo sie das Handwerkszeug des Clownspiels von der Pike auf lernte. Hier arbeitete sie auch erstmals richtig mit der roten Nase, die ihr Leben verändern sollte. Doch auch ohne das Markenzeichen der Clowns musste sie auskommen, etwa beim Maskenspiel, Schulung von Tanz und Stimme oder dem eigenständigen Szenenbau samt dazugehöriger dramaturgischer Aspekte. „Danach war ich staatlich anerkannte Rotnase“, sagt die heute 40-Jährige stolz, die davon überzeugt ist, dass ein guter Clown allein durch sein Erscheinen etwas in den Menschen anrühren kann.

„Ein guter Clown ist authentisch und versteckt sich nicht hinter wilden Aktionen, sollte vielmehr die Gabe besitzen, sein Publikum mitzunehmen in seine eigene Welt.“

Das gelingt auch ihr, wenn sie ihr gemütliches Haus an der Dörnberger Grünen Aue 11 verlässt, aus der sympathischen Familienmutter beispielsweise Flora wird, ihr blumiger Charakter, der das Schöne mag und das Leben genießt.

Oder Gloria, die Fröhlich-Burkamp als „Flora in einem anderen Aggregatzustand“ beschreibt. „Sie ist ein Engel und nun damit beschäftigt, den Menschen ihren Glauben an die eigenen Potenziale wieder zu geben.“

Am nächsten dran an sich selbst sieht sie Clownin Nummer drei. „Dolli ist Klinikclownin, trägt ihr Herz offen und verkörpert ein Neutrum, dem man sich anvertrauen oder mit dem man einfach nur Spaß haben kann.“ Und dann ist da noch Marita Mai, eine komische Alltagsfigur ohne Clownsnase, die viele Eigenschaften von Flora und Gloria vereint.

Egal in welcher Rolle - für Bettina Fröhlich-Burkamp ist es stets die Brücke zum Publikum, die so viele besondere Momente schafft. „Auf der Bühne kann ich endlich alles auf die Spitze treiben und über allem stehen, was mir als Privatperson durch Regelwerk und Scham nie möglich war“, sagt sie und ist noch heute heilfroh, dass sie dank eines simplen Flyers ihren eigenen Clown für sich gefunden hat.

Quelle: HNA

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