Waldfriedhof Schwalmstadt-Trutzhain

Antikriegstag: Rote Nelken gegen das Vergessen

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Mahnung und Erinnerung: Auf einer Gedenktafel abgelegte rote Nelke.

Schwalmstadt. Berührend breiteten sich die Klänge über den Gräbern aus und drangen tief ins Bewusstsein der Friedhofsbesucher. Auf dem Horn leitete Hephata-Kantorin Tabea Fuhr am späten Samstagnachmittag die Gedenkstunde anlässlich des Antikriegstages auf dem Waldfriedhof Schwalmstadt-Trutzhain ein.

Knapp 50 Menschen nahmen an der Veranstaltung in Erinnerung an die Opfer des Krieges, darunter die mehr als drei Millionen in deutscher Kriegsgefangenschaft umgekommenen sowjetischen Kriegsgefangenen teil. Eingeladen hatte die Gedenkstätte und Museum Trutzhain in Kooperation mit dem DGB Nordhessen und dem Arbeitskreis Spurensicherung. Was die Geschichtsaufarbeitung betreffe, so bleibe die Aufgabe der Gedenkstätte aktuell, sagte Hans Gerstmann vom Arbeitskreis.

Mit Sorge beobachte er, dass Konflikte zunehmend kämpferisch ausgetragen würden, sagte Bundestagsabgeordneter Dr. Edgar Franke, Syrien sei dafür ein aktuelles Beispiel. „Solange Menschen an Kriegen verdienen, werden die Krisen nicht beseitigt“, sagte er. Schockiert äußerte sich Franke über die NSU-Mordserie und die Rolle des Verfassungsschutzes. Rechte Tendenzen müssten in Deutschland konsequent bekämpft werden. Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Würde seien Werte, zu denen man sich immer wieder bekennen müsse. Den 1. September dürfe man nicht als Ritual begreifen, sondern in historischen Zusammenhängen. Über familiäre Bezüge könne man Kindern die Bedeutung von Gedenktagen begreiflich machen.

Zum Abschluss legten die Friedhofsbesucher rote Nelken auf den Grabsteinen und Gedenktafeln ab.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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