Mahnung zum Antikriegstag: Gewerkschaft hatte zur Gedenkstunde auf den Trutzhainer Waldfriedhof eingeladen

50 rote Nelken gegen das Vergessen

Blumen gegen das Vergessen: von links Peter Boucein, Winfried Graser, Hans Gerstmann, Gerhard Hosemann und Peter Hill legten die Blumen auf die Gräber des Waldfriedhofs. Foto: Thiery

Schwalmstadt. Nie wieder Krieg: So lautete die Forderung des Vorsitzenden der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW), Jochen Nagel, bei der Gedenkstunde anlässlich des Antikriegstags am Mittwoch in der Kriegsgräberstätte Trutzhain. Der DGB Ortsverband Schwalmstadt hatte den Referenten zum Friedenstag nach Trutzhain eingeladen.

Die GEW Hessen hatte die Kriegsgräberstätte finanziell unterstützt, um Tafeln für die Einzelgräber anzuschaffen, erklärte Hans Gerstmann. Der Ziegenhainer organisierte die Andacht am Waldfriedhof, auf dem 3000 sowjetische Kriegsgefangene ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die meisten Soldaten sind unbekannt. Das sei ein besonderer Ort der Mahnung, sagte Gerstmann: „Wir wollen daher für eine friedliche Welt einstehen.“

Der Gewerkschaftsvorsitzende wandte sich in seiner Rede gegen den Einsatz von Jugendoffizieren in Schulen: Die Schule sei kein Ort für die Rekrutierung von Berufssoldaten. Waffen schaffen keinen Frieden, sagte Jochen Nagel. Deshalb habe es sich die GEW auf die Fahnen geschrieben, die Propaganda für die Bundeswehr in den Schulen zu verhindern. Zurzeit gibt es in mehreren Bundesländern eine Kooperation von Kultusministerien und der Bundeswehr, die den Einsatz von Jugendoffizieren in Schulen regeln. Die Offiziere informieren im Unterricht über Sicherheitspolitik. Für Hessen gibt es noch keinen Beschluss. Nagel appelliert, diesen auch nicht einzugehen. Einseitiger Unterricht gehöre nicht in Bildungsstätten, so Nagel. Er möchte, dass das, was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, auch im Unterricht kontrovers erscheint. Dafür müsse immer auch die andere Seite gehört werden.

„Gegenteilige Positionen müssen diskutiert werden, damit sich die jungen Leute ein realistisches Bild machen können.“ Daher dürfe es keine Werbung für den Militärdienst in den Schulen geben. „Soldat sein, ist kein normaler Beruf“, mahnte er. Man müsse immer damit rechnen, andere töten zu müssen, oder getötet zu werden.

Im Anschluss an die Worte legten die 50 Gäste als Mahnung und Erinnerung rote Nelken auf die Grabsteine und Tafeln.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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