Roter Rain: Kindergarten kommt

Fritzlar. Der Weg für einen neuen Kindergarten ist frei. Das haben die Stadtverordneten am Donnerstag einstimmig beschlossen. Der wahrscheinliche Standort liegt am Rand des Wohngebiets Roter Rain III zwischen der Kernstadt und Obermöllrich.

Die neue Einrichtung ist geplant mit: • zwei Gruppen für Kinder unter drei Jahren, • zwei altersübergreifenden Gruppen und • einer Kindergartengruppe (drei bis sechs Jahre).

Insgesamt sollen 28 Kinder bis drei Jahre und 58 bis sechs Jahre dort Platz finden. Die Baukosten werden mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt, was für die beiden kommenden Jahren in den Haushalt eingeplant wird. 20 000 Euro Planungskosten fallen noch dieses Jahr an. Die Stadt rechnet damit, dass 420 000 Euro Zuschüsse vom Land gezahlt werden, das vor den Ausbau der Betreuung von Kindern unter drei Jahren fördert.

Das sei auch der Grund dafür, warum die Entscheidung kurzfristig habe gefällt werden müssen, sagte Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange in der Sitzung.

SPD-Bürgermeisterkandidatin Gerlinde Draude kritisierte die kurze Entscheidungsfrist und sagte: „Es bleiben viele Fragen offen.“ Außerdem befürchte sie, dass eine Konkurrenzsituation entstehen werde.

Roter Rain wie ein Stadtteil

Der CDU-Kandidat Hartmut Spogat hingegen bewertet die Entscheidung als wichtiges Signal für Familien und verwies darauf, dass am Roten Rain mittlerweile fast so viele Menschen lebten wie im Stadtteil Ungedanken.

Peter Kuttelwascher (Grüne) legte besonderen Wert darauf, dass nun auch in diesem Gebiet in die Infrastruktur investiert werde.

Nach dem in Fritzlar üblichen Modell soll die Kindertagesstätte nicht von der Stadt, sondern von einem Träger betrieben werden. Dabei läuft es offenbar auf die katholische Kirche hinaus.

Stadtpfarrer Jörg Stefan Schütz bestätigte auf Anfrage der HNA, dass das geplant sei. Die Kirchengemeinde betreibt zurzeit den Kindergarten St. Josef direkt neben dem Dom. Allerdings sei das Gebäude stark sanierungsbedürftig. Für die Einrichtung von U3-Plätzen wäre zudem ein Anbau nötig gewesen, erläuterte Schütz. Sanierung und Anbau wären sehr teuer geworden, daher sei die Entscheidung für den Neubau gefallen.

Der Kindergarten St. Josef würde dann an den Roten Rain umziehen, wo es ein erweitertes Angebot geben würde.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare