Der Rotstift wird gespitzt

Für Schutzschirm-Ziele: Politik und Verwaltung in Homberg arbeiten zusammen

Dr. Nico Ritz

Homberg. Verwaltung und Politik wollen in Homberg künftig an einem Strang ziehen. Das ist das Ziel einer interfraktionellen Arbeitsgruppe, die sich mit dem Haushalt für das nächste Jahr beschäftigen wird. Genauer gesagt mit den Stellen, an denen gespart werden muss. Noch in diesem Monat soll mit der Arbeit begonnen werden.

Es sei ihm wichtig, dass man den Stadtverordneten nicht einfach nur einen Haushaltsplan vorlege, betont Hombergs neuer Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Um ein besseres und nachhaltigeres Ergebnis zu erzielen, sei es entscheidend, dass Politik und Verwaltung aktiv zusammenarbeiten. „Das ist bei allen Problemen, die wir in Homberg haben, eine positive Nachricht“, so Ritz. „Wir raufen uns zusammen.“ Und genau das ist auch nötig, wenn die hoch verschuldete Stadt die Ziele des kommunalen Schutzschirms für das nächste Jahr erreichen will.

Denn die Grundsteuer wurde bereits erhöht und Einnahmen aus einem Windpark, wie sie eigentlich eingeplant waren, sind nicht zu erwarten. Es gibt nämlich schlicht keinen Windpark.

Doch genau mit dem Geld daraus - zusammen etwa eine halbe Million Euro - wollte die Stadt Homberg die Auflagen des Schutzschirmes erfüllen. Wollte.

Denn danach muss die Stadt ihr Defizit um weitere rund 800 000 Euro abbauen. Keine leichte Aufgabe. Vor allem deshalb nicht, weil eben zusätzliche Einnahmen bereits in den Haushalt 2014 eingerechnet wurden. „Diese Maßnahmen hätten im nächsten Haushalt greifen sollen, so war es vorgesehen“, erklärt Ritz. Doch daraus wird nichts.

„Wir stehen vor einer schwierigen Situation.“ Man habe bereits alles ausgeschöpft und der Zukunft vorgegriffen. Die Stadt müsse daher nun einen rigiden Sparkurs einleiten - den Rotstift ansetzen. „Wir müssen jetzt auf die Ausgabenseite blicken“, erklärt Ritz. Denn auf der Einnahmenseite habe man bereits an allen maßgeblichen Schrauben gedreht.

Es gebe jetzt keine großen Einzelprojekte mehr, die Geld bringen. Vielmehr müsse man an vielen eher kleineren Stellen sparen. Und das könne auch schmerzlich sein.

Mögliche Einsparpotenziale gebe es zum Beispiele beim Gebäudebestand der Stadt. Rund 150 Gebäude gehören der Stadt. „Davon 20 Gebäude mit möglicher Wohnnutzung. Die vermietbaren Wohnungen sind alle vermietet“, erklärt Bauamtsleiter Heinz Ziegler. „Die übrigen Gebäude sind in der Kernstadt und in den 20 Stadtteilen. Dazu gehören auch das Rathaus, Bauhof, Schlossberggaststätte, Bädergebäude, Kläranlagen, Kindergärten, Dorfgemeinschaftshäuser, Feuerwehrhäuser, Friedhofshallen, Jugendclubs, Grillhütten, Wartehallen an Bushaltestellen und mehr“, erklärt Ziegler.

Auch über eine Umstrukturierung des Stadtmarketings und die Trägerschaft für Dorfgemeinschaftshäuser müsse gesprochen werden, so Ritz.

Man müsse die Ziele des Rettungsschirmes erreichen. „Weil wir es müssen, werden wir es schaffen“, fügt Ritz an. Mit der Zusammenarbeit von Verwaltung und Politik sei der erste Grundstein gelegt. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen dann die Arbeit des Haupt- und Finanzausschusses unterstützen.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare