Rückblick zu 60 Jahre Bundeswehr: Die Pommernkaserne prägte Wolfhagen

Der offizielle Beginn: Am 5. April 1960 fand in der Pommernkaserne ein Übergabeappell statt. Foto: privat/nh

Wolfhagen. Die Bundeswehr wird am Donnerstag 60 Jahre alt. Am 12. November 1955 traten die ersten Marinesoldaten ihren Dienst an. Auch Wolfhagen blickt auf eine lange gemeinsame Geschichte mit der Truppe zurück.

In der damaligen Pommernkaserne im Gasterfelder Holz waren in Spitzenzeiten bis zu 1600 Soldaten stationiert.

Gründung

Am 14./15. März 1960 wurde der Truppenstandort in Wolfhagen bezogen. Die Marburger Panzerjägerkompanie 50 sowie das Panzerbataillon 54 aus Wetzlar wurden in die neugebaute Kaserne auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik verlegt. Damals wurde die Bundeswehr weiter aufgebaut. Der Standort Wolfhagen war nur 100 Kilometer von der Grenze zur DDR entfernt und insofern ein strategisch attraktiver Standort.

Am 5. April 1960 wurde der Kasernenkomplex, der heute unter anderem eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und die Herwig Blankertz-Schule beherbergt, übergeben.

Bedeutsame Ereignisse

• 1960 halfen die Soldaten durch ihren Einsatz, die gefährdete Ernte im Wolfhager Land zu retten.

• Ende 1960 schuf sich das Panzerbataillon 54 ein eigenes Bataillonswappen, das einen durch ein Hufeisen springenden schwarzen Wolf zeigt, der auch Teil des Wolfhager Stadtwappens ist. Damit drückte die Truppe ihre enge Verbundenheit mit der Stadt Wolfhagen aus.

• 1963 bekam der Standort den Namen Pommernkaserne.

• Der 3. Mai 1968 ging als „Leo-Tag“ in die Geschichte des Panzerbataillons 54 ein. Damals trafen die ersten Kampfpanzer des Typs Leopard 2/A 6 ein.

• Am 15. Oktober 1968 wurde das neue Soldatenheim eingeweiht.

• 1975 überfielen zwei Soldaten des Bataillons vor Weihnachten eine Zweigstelle der Waldecker Sparkasse in Lütersheim. Bei einer Geldübergabe im Rahmen eines Erpressungsversuchs wurden die beiden auf dem Friedhof in Lütersheim festgenommen.

• Am 5. August 1976 wurde das Panzergrenadierbataillon 341, später umbenannt in 62, in der Pommernkaserne stationiert.

• Am 15. März 1977 verunglückte der Gefreite Harald Landefeld bei einer Gefechtsausbildung auf dem Standortübungsplatz Wolfhagen schwer. Er wurde vom Rohr seines Kampfpanzers am Kopf getroffen und verstarb am 30. März.

• 1979 wurde das alljährliche Herbstliche Biwak vom Panzergrenadierbataillon 62 aus der Taufe gehoben, bei dem in den Folgejahren bis zu 10 000 Besucher auf das militärische Areal strömten.

• Am 1. Oktober 1981 wurde das Panzerbataillon 54 in 64 umbenannt.

• Von Mai bis November 2003 wurde nahezu das gesamte Bataillon ins Kosovo verlegt.

• Von November 2005 bis März 2006 waren Wölfe im afghanischen Kundus stationiert.

Das Aus

Im November 2004 fiel die Entscheidung, den Standort Wolfhagen anlässlich der Verkleinerung der Bundeswehr aufzulösen. Am 13. Oktober 2006 war der letzte Truppenübungsplatz-Aufenthalt in Bergen. Am 21. Mai 2007 verließ der letzte Panzer die Pommernkaserne. Am 11. Juni 2008 traten die Wölfe dann zu ihrem letzten Appell mit Einrollen der Truppenfahne an.

Geschlossen wurde die Pommernkaserne am 30. Juni 2008. Damit war Wolfhagen nicht länger Garnisonsstadt. Ihr entstand durch die Schließung ein hoher wirtschaftlicher Schaden. Der heimische Einzelhandel erfuhr Einbußen. Zudem war die Kaserne von 1995 bis 2004 für rund 15 Millionen Euro saniert worden.

Quelle: HNA

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