Urlaub musste wegen Streik verlängert werden

Rückreise mit Hindernissen: Ziegenhainerin saß mehrere Tage auf Mallorca fest

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Will so schnell nicht mehr nach Spanien: Alraune Tegel aus Ziegenhain erlebte auf der Rückreise von Mallorca die reinste Irrfahrt und saß erst einmal auf der Insel fest.

Ziegenhain. Sonne, Strand und ein familienfreundliches Hotel. So richtig freuen kann sich die 68-Jährige trotzdem nicht. Denn die Heimreise von Mallorca sollte sich als wahre Katastrophe erweisen.

Auf Mallorca hat die Ziegenhainerin Alraune Tegel gemeinsam mit ihrem Sohn, ihrer Schwiegertochter und dem vierjährigen Enkel einen wunderbaren, fröhlichen Badeurlaub verbracht, wenn da nicht die unschöne Rückreise gewesen wäre: 

„Schon als wir mit unserem Mietauto am Flughafen in Palma ankamen, haben wir schnell gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Menschenmassen und riesige Menschenschlangen an den Schaltern“, erinnert sich Alraune Tegel im Gespräch mit der HNA. Der Urlaub wurde über das Reisebüro „Lufthansa City Center“ in Koblenz gebucht, mit Flügen von Niki-Air. Nachdem sich die Familie verabschiedete und in ihren Flieger Richtung Köln stieg, musste sich die 68-Jährige allein in den Menschenmassen am Flughafen zurechtfinden. „Nach Stunden wurde uns endlich mitgeteilt, dass der Flug nach Frankfurt ausfällt.“

Eine Begründung für den Ausfall wurde den Fluggästen nicht mitgeteilt. Nach mehreren Stunden des Wartens gab es dann aber die Ansage, dass sich die rund 1500 Fluggäste in die Kellerhalle des Flughafens begeben sollen. „Die Ungewissheit wie es nun weitergeht, war das Schlimmste. Tausende Fluggäste standen vor leergekauften Restaurants und Ständen und waren teilweise sehr wütend“, erinnert sich Alraune Tegel kopfschüttelnd.

In der Kellerhalle wurden die 1500 Menschen dann in zwei Gruppen aufgeteilt und in Busse verfrachtet – wohin es geht, wurde ihnen nicht mitgeteilt. „Die Situation wurde immer heikler, Babys weinten, Erwachsene kollabierten, fast alle waren sprachlos.“

Alraune Tegel hatte Glück im Unglück: Für sie und 120 weitere Fluggäste ging es in ein neun Kilometer entferntes nobles Hotel. Dort bekam sie ein geräumiges Behindertenzimmer zur Einzelnutzung.

Nach einem Frühstücksbuffet am nächsten Morgen standen die 120 Fluggäste mit gepackten Koffern im Foyer und warteten auf weitere Ansagen – die es aber nicht geben sollte. Stattdessen checkten die wartenden Menschen am Abend gegen 18 Uhr erneut in dem Hotel ein. „Am nächsten Morgen wiederholte sich alles. Frühstück, Koffer packen, auf weitere Anweisungen warten. Dann hieß es um 14.30 Uhr, dass wir mit Bussen abgeholt werden. Wohin es geht, wurde nicht mitgeteilt“, beschreibt Alraune Tegel die Situation.

Schließlich ging es per Bus zum Flughafen. In der Eincheckhalle wartete derweil schon der nächste Schock: Etwa 500 Menschen und nur zwei Schalter geöffnet. „Die Wut der Menschen war unbeschreiblich.“ Die Gestrandeten wollten alle an verschiedene Orte in Deutschland zurückkehren. Stattdessen flog sie eine Maschine nach Düsseldorf. Von dort aus mussten sie zusehen, wie sie ihren Wohnort erreichen. Alraune Tegel hatte Glück. Ihr Sohn holte sie mit dem Auto ab und fuhr sie 260 Kilometer zurück nach Schwalmstadt – um drei Uhr in der Nacht erreichten sie schließlich Ziegenhain.

„Bis heute gab es keine Mitteilung, wo das Problem lag. Ich war gestresst, die Erholung war weg. Eigentlich wollte ich nochmal nach Spanien fliegen. Das habe ich jetzt gestrichen“.

Das sagt die Airline: "Betroffene erhalten eine Entschädigung", das sagte Niki-Air-Pressesprecherin Milene Platzer auf HNA-Anfrage: „Aufgrund des Air Traffic Control Streiks in Frankreich kam es leider zu vielen Flugausfällen (insgesamt 22 Niki-Flüge von und nach Palma aus DE/CH & AT). Da Niki die meisten Flüge von und nach Palma anbietet, waren auch vorwiegend Niki-Passagiere involviert. Unsere Kollegen in Palma und Wien arbeiteten auf Hochtouren, um die Passagiere schnellstmöglich umzubuchen bzw. in Hotels unterzubringen. Was richtig ist, dass nicht alle Passagiere in die gewünschte Zieldestination in Deutschland gebucht werden konnten. Alle betroffenen Passagiere haben nun aber die Möglichkeit, über www.flyniki.com ihre Entschädigung geltend zu machen.“ 

Quelle: HNA

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