100 Tage im Amt: Für Rainer Barth ist der Posten des Bürgermeisters sein Traumjob

Er rückt auch selbst aus

Mit Familienfoto: Gilserbergs neuer Bürgermeister Rainer Barth am Schreibtisch im Rathaus. Neben dem Schnappschuss von Frau und Kindern fehlt auch der Feuerwehrpiepser nicht. Foto: Schittelkopp

Gilserberg. Seit 100 Tagen ist Rainer Barth im Amt: Er ist der erste Bürgermeister Gilserbergs ohne Parteibindung. Gleich zu Beginn seiner Amstzeit müsste er sich mit kompliziertem lokalpolitischen Stoff auseinandersetzen: dem Haushalt.

Einstimmig bewilligte das Parlament den ersten Barthschen Haushalt: „Das hat mich sehr gefreut, es ist eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit.“ Beinahe in jedem Dorf im Hochland stellte der neue Bürgermeister den Plan vor. Es sei ihm wichtig, die Menschen an den Entscheidungen in ihrer Gemeinde teilhaben zu lassen. Auch an den Sparplänen.

„Wir haben heute eine andere Zeit: wir müssen sparen“, sagte Barth, „die Blumensträuße werden in Zukunft kleiner werden.“ Sparzwänge schränken seiner Meinung nach die Handlungsfreiheit der Gemeinde ein: „Doch wir müssen an die kommenden Generationen denken.“

19 Jahre lang war Rainer Barth vor seinem Wahlsieg im Gemeindeparlament tätig. Als Bürgermeister kann nun auf seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen. So setzte er sich jahrelang mit Haushaltsplänen im Haupt-, Finanz- und Bauausschuss auseinander.

Seine Erfahrungen zum Vorteil der Gemeinde möchte der neue Bürgermeister auch für Windenergie einsetzen. Vier weitere Fläche, auf denen Windparks entstehen könnten, stehen derzeit im Hochland zur Diskussion. Barth bekommt immer wieder Besuch von Planern: „Die können mir kein X für ein U vormachen.“ Häufig werden hohe Profite versprochen.

Dass die Gilserberger von den Windrädern profitieren, sei sein Ziel. Er wehrt sich gegen den Vorwurf, als Privatmann durch sein Amt von Windkraft profitieren zu wollen.

Beeindruckt hat ihn, das ehrenamtliche Engagement der Gilserberger zu erleben: „Das habe ich als Bürgermeister jetzt stärker wahrgenommen als zuvor.“ Seien es die Landfrauen, die Dorfvereine oder die zehn Feuerwehren der Gemeinde.

Er persönlich ist nun in der Feuerwehr im Kernort aktiv, der Piepser liegt immer bereit. Der Bürgermeister rückt auch aus: „Das sichert die Bereitschaft tagsüber.“

Damit die Familie bei den neuen Arbeitszeiten nicht zu kurz kommt, fährt er täglich zum Mittagessen nach Hause, bringt Tochter und einen Sohn in Schule und Kindergarten. „Meine Kinder finden es cool, dass Papa jetzt Bürgermeister ist“, erzählte Barth.

Für die Mitarbeiter der Verwaltung findet Barth nur lobende Worte. „Es ist mein Traumjob“, sagte der neue Gilserberger Bürgermeister abschließend.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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