Imker Horst Schmiermund aus Willingshausen ist der Herr über die Königinnen

Ruhige Völker sind das Ziel

Blick auf die Wabe: Horst Schmiermund vom Imkerverein Treysa und Umgebung gehört zu den Imkern, der Königinnen züchtet. Foto: Rose

Willingshausen. Sanftmütige Völker, die einen guten Wabensitz haben, ruhig und leistungsfähig sowie restistent gegen Krankheiten sein – das ist das Ziel von Imker Horst Schmiermund. Der Willingshäuser ist ein so genannter Reinzüchter, er züchtet edle Königinnen. Am Wochenende trafen sich bei ihm Imker aus der Gegend, unter anderem Mitglieder des Imkervereins Treysa und Umgebung, um sich Larven von besamten Königinnen abzuholen. Außerdem stellte Vera Poker vom Bieneninstitut in Kirchhain die Puderzuckermethode vor. Sie zeigt an, wie stark ein Volk von der Varroamilbe befallen. Diese Milbe ist für das Sterben ganzer Völker verantwortlich.

Wie wiederstandsfähig und sanftmütig ein Volk sei, hänge mit der Königin zusammen, erklärt Schmiermund. „Ein Bienenvolk merkt, wenn die Leistung seiner Königin nicht stimmt“, sagt der Imker. Dann werde die Larve für die neue Königin anders gefüttert, ja regelrecht gemästet. Die Königinnen würden deshalb von ausgesuchten Völkern gezogen, wozu die väterliche Seite, also die Drohne und das Ei von einer leistungsstarken Königin zählt. Der Willingshäuser bevorzugt die künstliche Besamung, „die sicherste Methode“. Dabei werden Königin und Drohne kurzzeitig betäubt und das Sperma der Drohne der Königin zugeführt.

Die größte Bedrohung eines Volkes ist nach wie vor die Varroamilbe. 2011 waren 30 bis 35 Prozent der Völker davon befallen. „Im vergangenen, sehr milden Winter haben viele Völker durchgebrütet und die Milbe konnte sich besonders gut vermehren“, erklärt Vera Poker. Wie hoch der Befall sei, könne der Imker über die Zuckermethode heraus finden. Hierfür werde eine Wabe – etwa 50 Gramm – abgeschüttelt und in einem Becher mit fünf Esslöffeln Puderzucker vermischt. „Dann wird alles gut durchgeschüttelt, so dass jede Biene bestäubt ist“, erklärt die Expertin. Danach werde das Gemisch durch ein grobes in ein feines Sieb geschüttet. Da sich die Milbe nicht am Zucker festhalten könne, werde dann das Ausmaß des Befalls sichtbar. Die Schadschwellen lägen im Juli bei einer Milbe pro zehn Gramm Bienen, im August bei zwei, im September bei drei.

Für die Behandlung empfiehlt Poker die Bedampfung mit Ameisensäure, bei der die Säure über ein Schwammtuch verdunstet. „Das ist völlig ungefährlich“, sagt Poker.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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