Seniorenheim auf Gelände der Stuhlfabrik

Die Ruine soll weg

Neues Leben im alten Haus: Die Gemeinde Knüllwald plant die Einrichtung eines Seniorenheims in den Gebäuden der Stuhlfabrik. Foto: Brandau

Remsfeld. Für ein Seniorenheim mitten in Remsfeld könnte der Weg bald frei sein: Die Gemeinde darf jetzt den alten Teil der Stuhlfabrik abreißen. Dann soll geprüft werden, ob sich das Gelände tatsächlich für den Bau eines Heims eignet und welche Bedingungen dafür erfüllt werden müssen.

„Es gibt eine große Zustimmung in der Bevölkerung für das Heim“, sagte Bürgermeister Jörg Müller in der Sitzung der Gemeindevertreter. „Die Leute pochen darauf, dass das Projekt umgesetzt wird.“ Der Standort sei ideal, weil er mitten im Ort sei und eine gute Infrastruktur biete. Arzt, Apotheke, Optiker, Lebensmittel, alles sei gut erreichbar.

Bislang müssen die Knüllwälder in Heime der umliegenden Ortschaften ausweichen, so könnten sie in Knüllwald bleiben. Der Abriss wird durch das Programm Stadtumbau West gefördert. Die geplanten 400 000 Euro würden zu 70 Prozent bezuschusst.

Dafür muss die Gemeinde Eigentümer bleiben und würde für den Bau und Betrieb eines Seniorenheims ein genossenschaftliches Modell planen. Es könnte eine Pflegeeinrichtung für 48 Menschen entstehen, plus acht bis zwölf Wohnungen für eine Tages- und Kurzzeitpflege.

Zurzeit ist das zwei Hektar große Gelände auf dem sich auch drei Betriebe befinden, reines Gewerbegebiet. Auf 5500 Quadratmetern will die Gemeinde das Seniorenzentrum errichten. Damit dort auch gewohnt werden darf, müssen Flächennutzungs- und Bebauungsplan geändert werden, es soll ein Mischgebiet ausgewiesen werden.

Bedenken gegen die Pläne

Bedenken äußerte Lothar Kroll, Geschäftsführer der Firma IBS Stuhlsysteme. Sie produziert Stühle und Innenausbau auf dem Gelände und befürchtet Konflikte mit den Bewohnern wegen des Betriebslärms. „Die Betriebe liegen zu nah an dem geplanten Seniorenheim“, sagte er. Die geforderten Abstände können nicht eingehalten werden.

„Auch wenn ich mich mit der Gemeinde einige, könnten später immer noch die Anwohner klagen“, befürchtet er. Und das könne für ihn teuer werden.

„Wir werden das alles prüfen“, sagte Bürgermeister Müller. Die Belange der Betriebe würden berücksichtigt. Wenn es gar nicht gehe, werde das Gelände anders genutzt. Ein Seniorenheim wird es aber auf jeden Fall für Remsfeld geben, glaubt Müller. Es gebe auch noch andere Standorte. Remsfelds Ortsvorsteher Karl-Heinz Steuerwald kann die Befürchtungen des Geschäftsmanns verstehen, mahnte aber: „Wir müssen die Chance nutzen, wenn wir schon 280 000 Euro bekommen.“ Die Ruine soll weg.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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