In der Silvesternacht brannten Stall und Scheune von Thomas Eimer aus Gilsa nieder

Die Ruine stets vor Augen

Es sieht schlimm aus: Thomas Eimer aus Gilsa steht vor seiner Scheune, die in der Silvesternacht brannte. Ganz links sind die Überreste seines Quads zu sehen. Das vierrädrige Motorrad wurde wie viele andere Geräte, Maschinen und Werkzeuge zerstört. Fotos:  Brandau

Gilsa. Am liebsten würde Petra Eimer das Rollo vorm Küchenfenster runter lassen. Dann wäre es zwar drinnen finster, aber sie müsste nicht auf die Ruine draußen blicken. Die Familie Eimer in Gilsa schaut von ihrem Küchenfenster direkt auf ihre Scheune, die in der Silvesternacht abbrannte.

Dabei war laut ersten Schätzungen der Polizei ein Schaden in Höhe von 100 000 Euro entstanden.

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Dass es nicht noch viel schlimmer gekommen ist, hat die Familie vor allem Petra Eimers Bruder Ralf Daub zu verdanken. Er verließ als erstes die Silvesterparty in Gilsa, die auch Thomas und Petra Eimer besucht hatten – und entdeckte das Feuer, das in Stall und Scheune tobte. Er rief um Hilfe und die Feuerwehr.

Er wollte noch viel retten

Als allererstes sei die Wehr aus Bischhausen vorgefahren, berichtet Thomas Eimer. Sie hatte Silvester im Feuerwehrgerätehaus gefeiert und war nach dem Alarm geschlossen ausgerückt. Ein Nachbar zeigte den Brandschützern den nächstgelegenen Hydranten und hielt vor allem Thomas Eimer davon ab, in die brennende Scheune zu rennen: „Das war mein erster Impuls: Ich wollte retten, was noch zu retten war“, sagt der 39-Jährige.

Diese Aufgabe übernahm dann die Feuerwehr. Ihr gelang es, alle Sauen und Ferkel aus den Flammen zu holen. Ein Tier sei verletzt, berichtet Eimer: Es konnte in seiner schmalen Box nicht ausweichen, als vom Lüfter direkt über ihm geschmolzenes Plastik herunter tropfte. Dennoch rettete der Lüfter den Tieren das Leben – durch das dahinter liegende Loch konnte der dichte Rauch abziehen.

Morgen kommt der Gutachter, dann wird die Familie Eimer sehen, wie es weitergeht. Thomas Eimer ist Hobbylandwirt aus Leidenschaft, er will die zerstörten Gebäude wieder aufbauen. Was er durch den Brand alles verloren hat, wird er erst nach und nach in den kommenden Wochen und Monaten merken, wenn er mal hier ein Werkzeug, mal dort eine Maschine braucht: „Wir hatten vom Miststreuer bis zur Motorsäge eben alles in der Scheune untergebracht“, sagt der gelernte Metzger.

Auch der zwölfjährige Patric und sein sechsjähriger Bruder werden das noch merken: Der kleine Julian suchte gestern seinen Schlitten. Aber der stand über Silvester ebenfalls in der Scheune.

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Quelle: HNA

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