Runderneuerte Orgel in der Niederelsunger Kirche eingeweiht

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Kennt sich aus: Pfarrer Dr. David Bienert hat auch eine Ausbildung als Organist. Zum Musizieren an der renovierten Niederelsunger Kirchenorgel kommt er allerdings nur selten.

Niederelsungen. Bis Buxtehude war es ein weiter Weg. Jahre gingen ins Land. Dann endlich war es soweit: die offizielle Einweihung der Niederelsunger Kirchenorgel mit einem Konzert.

Pfarrer Dr. David Bienert, einer von vier Organisten an diesem Abend, eröffnete das Programm mit der Passacaglia in d-moll von Dietrich Buxtehude.

Das Instrument mit seinen 606 klingenden Pfeifen lässt keinen Zweifel, dass sich die Runderneuerung gelohnt hat.

Bis zum Konzert, an dem nach Bienert auch die Organisten Martin Alheid, Barbara Wittenberg und Peer Schlechta das Instrument bespielten, gab es einiges an der Königin der Musikinstrumente zu kurieren. Sie atmete nicht mehr frei, litt unter Altersschwäche. Ein Gutachten, vor gut zehn Jahren angefertigt, bescheinigte unter anderem Undichtigkeit in den Windladen, beschädigte oder gar fehlende Pfeifen.

Und während man das Instrument unter die Lupe nahm, warf man auch gleich einen Blick auf den Zustand des gesamten Gotteshauses, erzählt der Pfarrer. Das Ergebnis: Nicht nur die Orgel benötigte eine grundlegende Sanierung. Aber ehe es in Turm und Kirchenschiff zur Sache ging, wurde die Orgel ausgebaut und nach Niestetal zur Firma Bosch gebracht. Für 86 774 Euro, rechnet Bienert vor, wurde die alte Dame wieder flott gemacht.

Der Orgelprospekt, also das Gehäuse, ist barocken Ursprungs, stammt aus dem Jahr 1740. Im Jahr 1889 wurden die Innereien von den Gottsbürener Orgelbauern Euler ausgetauscht. Mit zwei Manualen, zwölf Registern und Pedal, war das Instrument wieder auf der Höhe der Zeit. Das alte Gewand wurde beibehalten Und daran hielt man sich auch bei der jüngsten Runderneuerung.

Und die ist nach Einschätzung von Pfarrer Bienert gelungen: „Es ist eine wirklich sehr hochwertige Orgel mit weitem Registerspektrum und in einer Gemeinde unserer Größenordnung nicht zu erwarten“. Mit ihrer vollen Klaviatur, sagt Bienert, der selbst ausgebildeter Organist ist und als solcher bereits mit 16 Jahren Gottesdienste begleitet hat, „kann man auch Werke des 19. und 20. Jahrhunderts spielen“. Max Reger zum Beispiel. Und auch Siegfried Karg-Elert, dessen Choralimprovisation zu „Freu dich sehr, o meine Seele“ der musikalische Pfarrer während des offiziellen Einweihungskonzertes zum Besten gab.

Kompositionen des barocken Johann Sebastian Bach gefielen während des Einweihungskonzertes aber ebenso wie die des noch älteren Dietrich Buxtehude.

Quelle: HNA

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